Knapp drei Monate nach der Verkündung ihrer Rückkehr ist der Wechsel von Yina Liu zu den Skurios Volleys doch noch geplatzt. Der Volleyball-Bundesligist teilte mit, dass die 29-jährige Zuspielerin in der Saison 2026/27 nun doch nicht für die Borkener auflaufen wird.
Die Verpflichtung Lius war bereits Anfang Mai bekanntgegeben worden. Die Zuspielerin sollte nach vier Spielzeiten in der Fremde an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehren. Bereits von 2016 bis 2022 spielte sie für die Skurios Volleys, feierte mit dem Verein unter anderem zwei Meisterschaften in der 2. Bundesliga Nord sowie den WVV-Pokalsieg und gehörte über Jahre zu den prägenden Spielerinnen des Teams. Zuletzt stand sie beim USC Münster unter Vertrag.
Medizinische Bedenken führen zum Transfer-Aus
Als Grund für die kurzfristige Kehrtwende nennt der Verein die Ergebnisse der abschließenden sportmedizinischen Untersuchungen sowie die vereinsinterne Bewertung der körperlichen Belastbarkeit. Dabei seien aus Sicht der Skurios Volleys Fragen aufgekommen, ob Liu den Anforderungen einer kompletten Bundesliga-Saison dauerhaft gerecht werden könne.
Nach intensiven Gesprächen habe sich der Verein deshalb gegen eine Verpflichtung entschieden. Gleichzeitig betonen die Verantwortlichen, dass medizinische Einschätzungen unterschiedlich ausfallen könnten und die konkreten Hintergründe deshalb nicht öffentlich diskutiert würden.
Nach Informationen der Borkener Zeitung, gegenüber sich Liu äußerte, sei im Rahmen der Untersuchungen zunächst der Verdacht auf eine Ruptur der Supraspinatussehne in der rechten Schulter aufgekommen. Eine anschließende MRT-Untersuchung habe diesen Verdacht nach Angaben Lius jedoch nicht bestätigt. Stattdessen seien ein sogenanntes internes Impingement sowie Verschleißerscheinungen diagnostiziert worden. Mehrere behandelnde Ärzte hätten ihr bescheinigt, dass kein relevantes Risiko für einen vollständigen Sehnenriss bestehe und sie nach einer Therapie wieder vollständig belastbar sei.
Liu kritisiert Kommunikation des Vereins
Liu erklärte gegenüber der Zeitung, sie habe Verständnis dafür, wenn Vereine medizinische Risiken unterschiedlich bewerten. Ihre Kritik richte sich vielmehr gegen den Zeitpunkt der Entscheidung und die Kommunikation während des gesamten Prozesses. Sie schilderte, den medizinischen Check bereits im Mai absolviert zu haben und anschließend davon ausgegangen zu sein, dass der Transfer wie geplant zustande komme. Zudem wartete der Verein nach ihren Angaben nicht die Zweitmeinung ab.
Michael Demming, Vorsitzender des Management-Teams, erklärte ebenfalls gegenüber der Borkener Zeitung, am Ende hätten zwei medizinische Therapiewege zur Wahl gestanden. Letztlich habe der Verein das Risiko einer Verpflichtung als zu groß eingeschätzt.
Demming erklärte zudem, der Verein habe Liu verschiedene Alternativen angeboten, um sie langfristig an die Skurios Volleys zu binden. So seien unter anderem ein schrittweiser Wiedereinstieg über die Regionalligamannschaft, der Aufbau von Spielpraxis sowie eine Einbindung in die Nachwuchsarbeit und Unterstützung auf dem Weg zum Trainerschein besprochen worden. Liu entschied sich jedoch gegen diesen gemeinsamen Weg.
Lius Zukunft offen
Auch für Liu bedeutet die Entscheidung, dass sie sich kurzfristig neu orientieren muss. Gegenüber der Borkener Zeitung erklärte sie, dass die Planungen der Bundesligisten inzwischen weitgehend abgeschlossen seien. „Vielleicht wäre im Ausland noch etwas möglich. Aber eigentlich wollte ich in der Nähe meiner Eltern bleiben. Jetzt bin ich einfach nur traurig“, sagte die Zuspielerin. Wo sie ihre Karriere fortsetzt, ist derzeit offen.
Für die Skurios Volleys stellt sich derweil die Frage nach der Besetzung der Zuspielposition. Mit Hannah Rudde steht aktuell nur noch eine Zuspielerin im Kader, die in der vergangenen Saison überwiegend als Ergänzungsspielerin zum Einsatz kam. Die bisherige Stammzuspielerin Chaine Konjer hat den Verein in Richtung Spanien verlassen.
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