FIVB legt Fahrplan fest: Russland 2027 in VNL dabei

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Knapp einen Monat nach der Grundsatzentscheidung zur Rückkehr russischer Athletinnen und Athleten hat der Volleyball-Weltverband FIVB weitere Details bekanntgegeben. Nun steht fest, wann die russischen Nationalmannschaften ihr internationales Comeback feiern sollen.

Wie die FIVB am Dienstag mitteilte, werden sowohl die russische Männer- als auch die Frauen-Nationalmannschaft an der Volleyball Nations League (VNL) 2027 teilnehmen. Damit bestätigt der Weltverband das Szenario, das sich nach der ersten Entscheidung bereits abgezeichnet hatte.

VNL wird einmalig auf 19 Teams erweitert

Um die Rückkehr Russlands zu ermöglichen, wird die Volleyball Nations League 2027 einmalig von 18 auf 19 Mannschaften pro Geschlecht erweitert.

Dadurch behalten auch jene Teams ihren Platz, die sich sportlich für die VNL qualifiziert hätten. Bei den Männern betrifft das Finnland, bei den Frauen Slowenien. Beide Nationen wären nach den bisherigen Qualifikationskriterien erstmals für den Wettbewerb qualifiziert gewesen und müssen nun trotz der Aufnahme Russlands nicht auf ihren Startplatz verzichten.

Wie genau der Spielmodus mit 19 Mannschaften aussehen wird, ist derzeit noch offen. Nach Angaben der FIVB wird das Wettbewerbsformat derzeit überarbeitet.

Russische Männer verzichten auf WM-Teilnahme

Eine weitere Neuigkeit betrifft die Männer-Weltmeisterschaft 2027 in Polen. Nach Angaben der FIVB hat der russische Volleyballverband den Weltverband offiziell darüber informiert, freiwillig nicht an dem Turnier teilnehmen zu wollen.

Einen Grund für diese Entscheidung nennt die FIVB nicht. Allerdings könnte der Austragungsort eine entscheidende Rolle spielen. Der Wettbewerb findet in Polen statt. Bereits nach der Grundsatzentscheidung der FIVB hatte sich der polnische Verbandspräsident Sebastian Świderski skeptisch zu einer möglichen Teilnahme russischer Mannschaften aufgrund nationaler Regelungen geäußert.

Möglich ist auch, dass sich die CEV gegen eine Teilnahme Russlands ausgesprochen hat. Der Kontinentalverband gehörte zu den wenigen Mitgliedern in der FIVB, die überhaupt gegen eine Rückkehr Russlands gestimmt hatten.

Anders sieht die Situation bei den Frauen aus. Hier prüft die FIVB ob eine Teilnahme der russischen Nationalmannschaft an der Frauen-Weltmeisterschaft 2027 in den USA und Kanada möglich sein wird.

CEV hält sich weiter zurück

Während die FIVB den Fahrplan für die Rückkehr nun konkretisiert hat, steht eine Entscheidung des europäischen Volleyballverbands CEV weiterhin aus.

Bereits nach der Grundsatzentscheidung hatte die CEV erklärt, die Auswirkungen zunächst intern beraten zu wollen und keine Entscheidung zu treffen, die den eigenen Werten widerspreche.

Angesichts der unterschiedlichen rechtlichen Rahmenbedingungen innerhalb Europas dürfte die Rückkehr russischer Mannschaften auch weiterhin ein sensibles Thema bleiben. Ob die CEV den Kurs der FIVB vollständig mittragen wird, ist daher noch offen.

Weitere Fragen bleiben unbeantwortet

Trotz des nun veröffentlichten Fahrplans sind weiterhin nicht alle Details geklärt. So ist nach wie vor offen, unter welcher Flagge und mit welchen nationalen Symbolen russische Mannschaften künftig antreten werden. Darüber wollen die FIVB und die CEV zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Auch das angekündigte Anti-Doping-Programm befindet sich noch in der Ausarbeitung. Die FIVB bekräftigte erneut, dass gemeinsam mit der International Testing Agency (ITA) ein umfassendes Testprogramm für die zurückkehrenden Athletinnen und Athleten entwickelt wird. Weitere Einzelheiten sollen zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben werden.

Mit der Bestätigung der VNL-Teilnahme ist nun zwar erstmals ein konkreter Zeitplan für die Rückkehr russischer Nationalmannschaften bekannt. Gleichzeitig zeigt der Verzicht auf den Männer-Weltcup sowie die weiterhin offenen Entscheidungen der CEV, dass die Umsetzung der FIVB-Entscheidung auch in den kommenden Monaten mit politischen und organisatorischen Herausforderungen verbunden bleiben dürfte.

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