FIVB hebt Sperre auf: Russische Nationalteams und Spieler dürfen zurückkehren

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Der Volleyball-Weltverband FIVB hat die Rückkehr russischer Athletinnen und Athleten in den internationalen Spielbetrieb beschlossen. Nachdem das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) seine bisherigen Empfehlungen zu russischen Sportlern aufgehoben hat, folgt nun auch die FIVB diesem Kurswechsel.

Künftig dürfen russische Spielerinnen und Spieler sowie Trainer und Offizielle in allen Disziplinen wieder an FIVB-, Welt- und offiziellen Wettbewerben teilnehmen. Nach Angaben des Weltverbandes soll damit das grundlegende Recht von Athletinnen und Athleten auf die Ausübung ihres Sports unabhängig von ihrer Nationalität geschützt werden.

Noch kein Termin für das Comeback

Wann russische Teams erstmals wieder auf internationalem Parkett stehen werden, ist derzeit allerdings unklar. Die kommende Europameisterschaft im September kommt für eine Teilnahme sicherlich zu früh. Auch für die Champions-League-Saison 2026/27 dürfte eine Rückkehr kaum möglich sein, da teilnehmenden Teams mitsamt Wildcards schon feststehen.

Als möglicher erster Wettbewerb gilt dagegen die Volleyball Nations League 2027. Der russische Volleyballverband geht ohnehin davon aus, dass zunächst Beachvolleyball-Wettbewerbe wieder geöffnet werden und anschließend der Hallenvolleyball folgt. Eine offizielle Bestätigung der FIVB dazu gibt es bislang jedoch nicht.

Der polnische Verbandspräsident Sebastian Świderski äußerte sich gegenüber polnischen Medien bereits zu einer möglichen Teilnahme russischer Athleten an der Männer-Weltmeisterschaft 2027 in Polen. Dort könnten allerdings nationale Regelungen einer Teilnahme im Weg stehen: „Die FIVB kann uns nicht anweisen, gegen nationales Recht zu verstoßen. Wir brauchen etwas Zeit, da es sich um eine kürzlich getroffene Entscheidung handelt, und wir müssen eine Strategie entwickeln, um mit dieser Angelegenheit umzugehen.“

Russland kehrt auch in die Weltrangliste zurück

Mit der Entscheidung werden auch die russischen Nationalmannschaften wieder in die Weltrangliste aufgenommen. Dabei erhalten sie genau die Punktzahl zurück, die zum Zeitpunkt ihrer Suspendierung eingefroren worden war.

Das bedeutet, dass die russischen Männer direkt wieder auf Rang drei der Weltrangliste hinter Polen und Italien geführt werden. Die Frauen kehren auf Platz neun zurück – unmittelbar vor Deutschland.

Für die Qualifikation zu internationalen Großereignissen könnte das erhebliche Auswirkungen haben. Russland zählt traditionell zu den stärksten Volleyball-Nationen und gehört regelmäßig zu den Olympiateilnehmern. Durch die Wiedereinführung der eingefrorenen Weltranglistenpunkte könnten sich vor allem die russischen Männer vermutlich ohne größere Schwierigkeiten für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren.

Auswirkungen auf deutsche Teams

Für deutsche Vereine bringt die Entscheidung zunächst eher Nachteile mit sich. Russische Clubs könnten künftig wieder internationale Startplätze belegen und damit die Konkurrenz um die Teilnahme an europäischen Wettbewerben verschärfen. Allerdings hatte die Einführung der Wildcards ohnehin dafür gesorgt, dass Deutschland nur zwei Startplätze für die Champions League erhielten, anstatt drei.

Auch im Beachvolleyball dürfte die Konkurrenz größer werden. Schon ohne russische Teams war es für Deutschland schwierig, bei Olympischen Spielen die maximale Anzahl von zwei Teams pro Geschlecht zu qualifizieren. Selbst bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 gelang dies den Männern nicht. Mit russischen Duos im Teilnehmerfeld wird dieses Ziel künftig voraussichtlich noch schwerer zu erreichen sein.

Flagge und Hymne bleiben vorerst offen

Noch nicht entschieden ist, unter welchen Symbolen russische Mannschaften antreten werden. Ob Flagge, Hymne oder andere nationale Kennzeichen verwendet werden dürfen, will die FIVB gemeinsam mit der Europäischen Volleyball-Konföderation sowie weiteren internationalen Sportorganisationen zu einem späteren Zeitpunkt festlegen. Der DOSB empfiehlte seinen Mitgliedsverbänden „russische Athletinnen und Athleten, wenn möglich, unter neutralem Status teilnehmen zu lassen“.

Zudem kündigte die FIVB an, entsprechend der IOC-Empfehlungen ein umfassendes Anti-Doping-Testprogramm für die zurückkehrenden Athletinnen und Athleten einzuführen.

Russische Seite begrüßt die Entscheidung

Beim russischen Volleyballverband wurde die Entscheidung mit großer Freude aufgenommen. Präsident Stanislaw Schewtschenko erklärte: „Der russische Volleyballverband hat mehr als vier Jahre auf diese Entscheidung gewartet. Wir sind unseren Kollegen vom Internationalen Volleyballverband für ihre konstruktive Zusammenarbeit sowie für ihre zügige Arbeit im Anschluss an die gestrige Sitzung des Exekutivkomitees des Internationalen Olympischen Komitees dankbar.“ Weiter erklärte Schewtschenko, man warte nun auf einen konkreten Fahrplan für die schrittweise Rückkehr russischer Athleten und Teams.

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