Nach FIVB-Entscheidung: Oleh Plotnytskyi kritisiert Rückkehr Russlands scharf

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Die Entscheidung der FIVB, russische Athletinnen und Athleten wieder für internationale Wettbewerbe zuzulassen, sorgt weiterhin für heftige Reaktionen. Nachdem der Weltverband am Mittwoch die Rückkehr russischer Spieler und Nationalteams beschlossen hatte, meldete sich nun erstmals einer der bekanntesten ukrainischen Volleyballer öffentlich zu Wort.

Der frühere Kapitän der ukrainischen Nationalmannschaft und Star von Sir Sicoma Monini Perugia, Oleh Plotnytskyi, übte in den sozialen Medien deutliche Kritik an der Entscheidung des Weltverbandes.

„Während Ukrainer getötet werden, entscheidet sich die FIVB dafür, Russland zurückzubringen“, schrieb Plotnytskyi.

In seinem Statement erinnert der Außenangreifer an den russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 und zählt die Folgen des Krieges auf: getötete Zivilisten, zerstörte Städte, Krankenhäuser, Schulen und Sportstätten sowie Millionen Menschen, die ihr Zuhause verloren haben.

Oleh Plotnytskyi bei der Ukraine
Oleh Plotnytskyi ist nach einer längeren NAtionalmannschaftspause wieder zurückgekehrt. Foto: Volleyball World

Besonders kritisch sieht Plotnytskyi die Signalwirkung der Entscheidung.

„Jede Entscheidung, Russlands Platz im internationalen Sport wiederherzustellen, sendet die Botschaft, dass Kriegsverbrechen, zerstörte Städte, ermordete Kinder und zerstörte Familien irgendwann übersehen werden können.“

Zugleich betont der 28-Jährige, dass Sport nicht losgelöst von der Realität betrachtet werden könne.

„Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, sollte es keinen Platz für russische Teams oder Athleten im internationalen Wettbewerb geben.“

Zum Abschluss seines Statements unterstreicht Plotnytskyi, dass er jeden Krieg ablehne, unabhängig davon, wer ihn begonnen habe. Sport müsse für Frieden, Respekt und Menschenwürde stehen und dürfe diejenigen nicht belohnen, die diese Werte zerstörten.

Ukrainischer Verband schweigt bislang

Bemerkenswert ist, dass sich der ukrainische Volleyballverband bislang noch nicht offiziell zur Entscheidung der FIVB geäußert hat. Eine Stellungnahme des nationalen Verbandes steht weiterhin aus.

Auch die CEV will sich Zeit lassen

Während die FIVB ihre Entscheidung bereits getroffen hat, hält sich der europäische Volleyballverband (CEV) bislang noch zurück. In einer Stellungnahme gegenüber russischen Medien erklärte die Konföderation, man habe die Entscheidung des Weltverbandes zwar zur Kenntnis genommen, wolle die Auswirkungen auf den europäischen Volleyball jedoch zunächst intern beraten.

„Die CEV hat die Entscheidung des FIVB-Rates, die im Einklang mit den aktualisierten IOC-Empfehlungen getroffen wurde, zur Kenntnis genommen und wird deren Auswirkungen auf den europäischen Volleyball zu gegebener Zeit erörtern. Wir wollen eine Entscheidung ohne Druck treffen. Die CEV beabsichtigt nicht, eine Entscheidung zu treffen, die ihren eigenen Werten widerspricht.“

Erst nach Abschluss dieser internen Konsultationen wolle sich die CEV erneut zu dem Thema äußern.

Rückkehr bleibt organisatorisch kompliziert

Unabhängig von der Grundsatzentscheidung der FIVB bleibt weiterhin offen, wann russische Nationalmannschaften tatsächlich wieder an internationalen Wettbewerben teilnehmen werden.

Dass die Umsetzung nicht einfach ist, zeigt das Beispiel der russischen Jugendnationalmannschaften. Deren Sperre wurde bereits am 11. Dezember 2025 aufgehoben. Dennoch hat bis heute keine russische Nachwuchsnationalmannschaft wieder an einem internationalen Wettbewerb teilgenommen.

Auch bei den Erwachsenen gibt es bislang keinen offiziellen Fahrplan. Die Europameisterschaft kommt für eine Rückkehr definitiv zu früh, während eine Teilnahme an der Volleyball Nations League 2027 derzeit als realistisches erstes Szenario gilt. Eine offizielle Bestätigung der FIVB steht allerdings weiterhin aus.

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