Volleyball trauert um Georg Grozer senior

Der deutsche und internationale Volleyball trauert um eine seiner prägendsten Persönlichkeiten: György Grózer senior ist am 12. September 2026 im Alter von 61 Jahren überraschend verstorben. Der als „Hammer-Schorsch“ bekannte ehemalige Nationalspieler gehörte in den 1990er-Jahren zu den herausragenden Spielern des deutschen Volleyballs.

Geboren wurde Grózer am 14. September 1964 in Budapest. Seine Volleyballkarriere begann in Ungarn beim Tungsram SC, ehe er 1985 nach Deutschland wechselte und sich dem MTV Celle anschloss. Nach einer Station in Belgien, wo er 1988 mit Rembert Saxon Torhout den belgischen Pokal gewann, kehrte er nach Deutschland zurück.

Von 1988 bis 1996 prägte Grózer den Moerser SC und damit auch die Volleyball Bundesliga. Mit dem Verein gewann er 1990 den CEV-Pokal, 1991 und 1993 den DVV-Pokal sowie 1992 die Deutsche Meisterschaft. Im selben Jahr wurde er zum Volleyballer des Jahres gewählt.

Seinen Spitznamen „Hammer-Schorsch“ trug Grózer nicht ohne Grund. Vor allem seine enorme Schlaghärte im Angriff und Aufschlag machten ihn zu einem der gefürchtetsten Spieler seiner Generation. In den Ranglisten des deutschen Volleyballs belegte er über Jahre Spitzenplätze in diesen Kategorien.

Auch international war Grózer für Ungarn erfolgreich. Insgesamt absolvierte er 96 Länderspiele für die ungarische Nationalmannschaft und nahm unter anderem an der Europameisterschaft 1983 teil. Später trug er auch das Trikot der deutschen Nationalmannschaft. In 19 Länderspielen kam er für Deutschland zum Einsatz und stand bei den Europameisterschaften 1991 und 1995 auf dem Feld.

Seine Zeit in der deutschen Nationalmannschaft verlief allerdings nicht ohne Konflikte. Differenzen mit dem damaligen Bundestrainer begrenzten seine Einsätze, obwohl Grózer auf Vereinsebene zu den prägenden Spielern seiner Zeit gehörte. Seine eigenwillige Art gehörte ebenso zu seiner Persönlichkeit wie seine außergewöhnliche Durchschlagskraft auf dem Feld.

Auch nach seiner aktiven Karriere blieb Grózer dem Volleyball verbunden. Von 2006 bis 2009 trainierte er den Moerser SC und arbeitete später unter anderem bei den A!B!C Titans Berg. Land. Seine Erfahrung gab er damit auch als Trainer an die nächste Generation weiter.

Besonders eng verbunden bleibt sein Name mit seiner Familie. Mit Ehefrau Timea hatte Grózer vier Kinder – Georg, Tom, Dora und Tim –, die allesamt selbst im Volleyball aktiv und erfolgreich wurden. Sein Sohn Georg Grozer junior entwickelte sich dabei zu einem der bekanntesten deutschen Volleyballspieler der vergangenen Jahrzehnte und führte die Familientradition auf höchstem Niveau fort.

Am 12. September 2026 endete das Leben von György Grózer völlig überraschend in seinem Haus im ungarischen Veresegyház. Nur zwei Tage später hätte er seinen 62. Geburtstag gefeiert.

Der „Hammer-Schorsch“ hinterlässt im Volleyball eine deutliche Spur. Seine Titel mit dem Moerser SC, seine Auftritte für Ungarn und Deutschland und nicht zuletzt sein Einfluss auf die nächste Generation machen ihn zu einer Persönlichkeit, deren Name über seine aktive Karriere hinaus mit dem deutschen Volleyball verbunden bleiben wird.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen, Freunden und langjährigen Wegbegleitern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen