Karla Borger beendet Karriere: 18 Jahre Beachvolleyball gehen zu Ende

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18 Jahre lang prägte Karla Borger den deutschen Beachvolleyball. Zwei Olympia-Teilnahmen, eine Vize-Weltmeisterschaft, 72 Medaillen und unzählige besondere Momente machen ihre Karriere zu einer der beeindruckendsten der deutschen Beachvolleyball-Geschichte. Nun zieht die 37-Jährige endgültig einen Schlussstrich unter ihre aktive Laufbahn.

Wenn an diesem Wochenende in Dortmund die Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften ausgetragen werden, wird eine Spielerin fehlen, die über viele Jahre zum festen Inventar des Turniers gehörte: Karla Borger. Seit 2011 war die Stuttgarterin nahezu jedes Jahr Teil der nationalen Titelkämpfe. In diesem Jahr greift sie nicht mehr selbst ins Geschehen ein.

Stattdessen wird Borger am Freitag offiziell in den sportlichen Ruhestand verabschiedet. Markus Diekmann, Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst werden die langjährige Nationalspielerin dabei würdigen.

„18 Jahre lang war Beach-Volleyball mein Leben, eine unvorstellbar wertvolle Zeit für mich. Ich habe mehr dabei erreicht, als ich es mir jemals hätte denken können“, blickt Borger zurück. „Die höchsten Höhen, die tiefsten Tiefen habe ich dabei erlebt. Und ich bin oft an meine Grenzen gebracht worden, aber ich hatte auf diesem Weg unheimlich viel Unterstützung aus den verschiedensten Richtungen.“

Zwei Olympia-Teilnahmen und 72 Medaillen

Die Zahlen hinter Borgers Karriere sprechen für sich. In 18 Jahren nahm sie an rund 250 internationalen und nationalen Turnieren der höchsten Kategorie teil. 72-mal stand sie dabei auf dem Podium.

Sechs FIVB-Turniere konnte Borger gewinnen, dazu kommen drei Siege bei internationalen CEV-Turnieren und zwei deutsche Meisterschaften. Hinzu kamen zahlreiche Silber- und Bronzemedaillen sowie unzählige Top-Ten-Platzierungen auf der World Tour.

Zu ihren größten Erfolgen zählen der Gewinn der Studenten-Weltmeisterschaft 2010, der Sieg bei der Universiade 2011 und die Vize-Weltmeisterschaft 2013.

Auch bei zwei Olympischen Spielen war Borger dabei. 2016 in Rio de Janeiro erreichte sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Partnerin Britta Büthe das Viertelfinale und belegte am Ende Platz neun. Fünf Jahre später trat sie in Tokio mit Julia Sude an.

Ein drittes Mal sollte es nicht mehr klappen. Besonders bitter dürfte für Borger die verpasste Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris gewesen sein. Gemeinsam mit Sandra Ittlinger kämpfte sie bis zuletzt um das zwei deutsche Ticket, musste sich jedoch knapp Laura Ludwig und Louisa Lippmann geschlagen geben.

Von der Spielerin zur Mentorin

Ganz plötzlich kommt das Karriereende nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte Borger ihr Engagement als aktive Spielerin zurückgefahren und gleichzeitig eine neue Rolle übernommen.

„Ich bin schon vergangenes Jahr kürzergetreten, habe in engem Kontakt mit den Zuständigen im Verband gestanden und eine Mentorenrolle übernommen, um junge Spielerinnen an die Spitze heranzuführen“, erklärt sie.

Dass sie Erfahrung weitergeben kann, hat Borger bereits mehrfach bewiesen. Während der Corona-Zeit nahm sie die damals junge Svenja Müller unter ihre Fittiche. Müller bildet inzwischen gemeinsam mit Cinja Tillmann Deutschlands erfolgreichstes Frauen-Duo.

Auch Margareta Kozuch begleitete Borger beim Wechsel von der Halle in den Sand. Zuletzt kümmerte sie sich um die erst 16-jährige Stuttgarterin Zoe Neboh.

Eigentlich hatte Borger in dieser Saison geplant, gemeinsam mit Victoria O’Hara noch einige Turniere zu bestreiten und als Mentorin tätig zu sein. Stattdessen kam es anders: Borger spielte einige A+-Turniere mit Neboh, während O’Hara mit Giulia Deißenberger unterwegs war.

„Mein Herzensmensch“ und viele Wegbegleiter

Mit dem Ende der aktiven Karriere endet für Borger auch ein Lebensabschnitt, der sie weit über den Sport hinaus geprägt hat. Auf Instagram verabschiedete sie sich in einem emotionalen Video ausführlich von ihren Wegbegleitern und richtete ihren Dank auch an diejenigen, die ihr gerade in den schwierigen Phasen ihrer Laufbahn zur Seite standen.

Eine besondere Rolle spielte dabei Britta Büthe. Mit ihr feierte Borger einige ihrer größten Erfolge. Bis heute verbindet die beiden eine enge Freundschaft. Borger bezeichnet Büthe als ihren „Herzensmensch“.

Mehr als nur eine erfolgreiche Sportlerin

Schon während ihrer aktiven Karriere setzte sich Borger für die Interessen von Sportlerinnen und Sportlern ein. Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern von Athleten Deutschland und stand dem Verein von 2021 bis 2025 als Präsidentin vor.

Auch nach ihrer Amtszeit bleibt Borger der Sportpolitik verbunden. Von Mai 2024 bis 2025 war sie Vorsitzende des Kuratoriums der Summer World University Games 2025 in Rhein-Ruhr. Anschließend engagierte sie sich im Projektteam der Olympiabewerbung KölnRheinRuhr.

Daneben gibt sie ihre Erfahrungen weiterhin an junge Sportlerinnen und Sportler weiter, unter anderem bei „Jugend trainiert für Olympia“ und bei Special Olympics Deutschland.

Der Sand bleibt, nur ohne Wettkampfdruck

Nun endet also der sportliche Teil dieser Geschichte. In Dortmund wird Borger am Freitag offiziell verabschiedet. Ein letzter großer Auftritt als aktive Beachvolleyballerin wird es nicht mehr sein. Dafür ein Moment, in dem eine außergewöhnliche Karriere gewürdigt wird.

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