Der japanische Volleyball-Verband (JVA) hat für ihre Tonarino-Runde der Japan Beach Volleyball Tour 2026 ein umfassendes Aufnahmeverbot erlassen. Zuschauer dürfen bei dem Event an diesem Wochenende weder Fotos noch Videos der Athletinnen und Athleten machen – unabhängig davon, welches Gerät sie dafür nutzen würden.
Auslöser ist eine Serie voyeuristischer Vorfälle, die sich zuletzt bei der Hekinan-Runde ereignet haben. „Trotz wiederholter Warnungen“ hätten Fans die Sportlerinnen und Sportler gezielt und böswillig fotografiert, so der Verband. Da sich die Situation nicht gebessert habe, zieht der JVA nun die Konsequenzen.
Das Verbot gilt dabei nicht nur für Kameras und Smartphones, sondern ausdrücklich auch für Ferngläser, Operngläser und Datenbrillen. Der Verband begründet die Maßnahme damit, den Athletinnen und Athleten ein Umfeld zu schaffen, in dem sie sich sicher und ohne Ablenkung auf ihre Leistung konzentrieren können.
Kein Einzelfall in Japan
Der Schritt des JVA reiht sich in eine Reihe ähnlicher Maßnahmen ein, die japanische Sportverbände in den vergangenen Jahren ergriffen haben. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris trug die japanische Frauen-Turnmannschaft Trikots aus einem speziellen Material, das Infrarotaufnahmen blockiert. Der japanische Turnverband führte zudem ein Genehmigungssystem für Fotoaufnahmen bei Wettkämpfen ein.
Wie ernst das Problem genommen wird, machten auch französische Athletinnen bei den Olympischen Spielen deutlich. Beachvolleyballerin Lézana Placette betonte damals, dass der Fokus des Publikums auf der sportlichen Leistung liegen sollte: „Das sind nicht einfach zwei Mädels im Bikini, zu deren Spielen man kommt und denen man dann auf den Hintern schaut!“ Und ihre Partnerin Richard: „Ja, zwei hübsche Mädels, aber sie können auch Shorts tragen und gute Leistungen auf dem Platz bringen – und darauf sollte der Fokus liegen.“ Bei dem Event vor zwei Jahren trug das Duo kurze Hosen statt Bikinis.
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