Nach dem starken Auftritt gegen Belgien war die Hoffnung groß, gegen vermeintlich geschwächte Polen den nächsten Sieg einzufahren. Doch die deutsche Männer-Nationalmannschaft konnte das Niveau nicht halten und musste sich vor 11.600 Zuschauern geschlagen geben.
Bundestrainer Michal Botti vertraute zunächst denselben sieben Spielern, die bereits gegen Belgien gestartet waren. Polen setzte hingegen erstmals auf seinen Superstar Wilfredo Leon, der zuvor nur als Reservespieler eingetragen war.
Deutschland erwischte einen starken Start und machte vieles richtig. Lange Zeit hielt das Team die Führung, doch in der Schlussphase drehte Aleksander Śliwka noch einmal auf. Auch die lautstarke Unterstützung der polnischen Fans konnte die Deutschen jedoch nicht aus dem Konzept bringen, die den Satz mit 25:23 über die Bühne brachten.
Eine kuriose Statistik unterstrich die starke Leistung von Zuspieler Jan Zimmermann: Der Spielmacher kam im ersten Durchgang auf drei Blocks und ein Ass und hatte damit zu dem Zeitpunkt sogar mehr Punkte auf dem Konto als Außenangreifer Tobias Brand.

Doch Deutschland konnte auf die starke Leistung bei weitem nicht anknüpfen und verlor den zweiten Durchgang deutlich mit 15:25.
Auch die Wechsel brachten zunächst keine entscheidende Wende. Mit Moritz Reichert für Brand startete Deutschland in den dritten Satz, doch die Leistung blieb nur unwesentlich besser (17:25). Vor allem der Aufschlag der Polen wurde immer gefährlicher: Allein im dritten Satz gelangen dem Gegner, die allesamt in ihrer heimischen Liga spielen, ganze vier Asse.
Im letzten Durchgang setzte Polen sogar noch einen drauf. Sechs weitere Asse sorgten dafür, dass die Deutschen resignierten. Die Gastgeber trafen wiederholt die freien Korridore und Seitenlinien und stellten vor allem Libero Lenny Graven vor große Probleme.
„Wir waren nicht imstande, das Level über das ganze Spiel zu halten“, resümierte Botti nach der Partie. Dabei spielte auch Leon eine entscheidende Rolle: „Er war zum ersten Mal in der VNL dabei und hat dazu beigetragen.“
Bereits am nächsten Tag wartet mit China die nächste Aufgabe. Für Ruben Schott steht fest, wie die Woche abgeschlossen werden soll: mit „hoher Motivation und unbedingt einem Sieg“.




