Deutschland hat bei der Volleyball-Europameisterschaft der Männer den dritten Sieg im dritten Spiel eingefahren. Gegen Gastgeber Rumänien sah lange alles nach einem souveränen Erfolg aus, doch nach einer zwischenzeitlich deutlichen Führung musste die deutsche Mannschaft noch einmal alles aufbieten. Am Ende setzte sich das Team von Massimo Botti im Tiebreak mit 15:13 durch.
Der Auftakt verlief zunächst nach Plan. Deutschland gewann den ersten Satz mit 25:22, schien aber schon im zweiten Durchgang nicht mehr auf dem besten Weg, die Partie frühzeitig in die richtige Richtung zu lenken. In einem umkämpften Satz drehte die deutsche Mannschaft aber dennoch das Momentum und brachte damit auch das lautstarke rumänische Publikum zeitweise zum Verstummen.
Doch genau danach kippte die Partie gänzlich. Rumänien fand wesentlich besser ins Spiel, während bei Deutschland zunehmend weniger zusammenlief. „Ab da spielten wir komplett ohne Energie„, resümmierte Botti. Die Gastgeber erhöhten dann auch noch den Aufschlagdruck und stellten die deutsche Annahme vor immer größere Probleme. Gleichzeitig schlichen sich auf deutscher Seite Fehler und Unsicherheiten ein.
Besonders für Anton Brehme war die Situation zunehmend frustrierend. Der Mittelblocker wirkte mit seiner eigenen Leistung sichtlich unzufrieden und auch in den restlichen Gesichtern machte sich mehr und mehr Resignation breit.

Tille fällt mit Fieber aus
Auf der Zuspielposition musste Botti bereits vor der Partie reagieren. Jan Zimmermann bekam den Vorzug vor dem angeschlagenen Johannes Tille, der mit Fieber zu kämpfen hatte.
Vor allem in der Annahme bekam Deutschland nun massive Probleme. Rumänien setzte die deutsche Mannschaft mit insgesamt neun Assen noch stärker unter Druck und sicherte sich den Satz deutlich mit 25:15. Plötzlich war aus einer Partie, die zwischenzeitlich nach einem klaren deutschen Sieg ausgesehen hatte, ein echter Kampf geworden.
Im Tiebreak entwickelte sich schließlich ein offener Schlagabtausch. Deutschland musste noch einmal alle Kräfte mobilisieren und hielt dem Druck stand. Beim Stand von 15:13 war der dritte Sieg im dritten Spiel schließlich perfekt.
Zwischen Gruppensieg und frühes Achtelfinal-Aus alles möglich
Damit bleibt Deutschland nicht nur ungeschlagen, sondern hält sich auch alle Möglichkeiten auf den Gruppensieg offen. Frankreich ist ebenfalls noch ohne Niederlage und wird im weiteren Turnierverlauf zum entscheidenden Gegner. Das direkte Duell könnte damit zu einem echten „Do or die“-Spiel um die beste Ausgangslage für das Achtelfinale werden. Ein Gruppensieg könnte Deutschland dabei insbesondere ein Duell mit der Ukraine oder Bulgarien ersparen – vorausgesetzt, gegen die Schweiz erfüllt die Mannschaft ihre Pflicht.
Unmut über Spielplan
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt allerdings nicht. Drei Spiele in drei Tagen haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Erleichterung über den Sieg war den deutschen Spielern anzusehen, gleichzeitig gingen einige bereits sichtbar auf dem Zahnfleisch. Auch Botti machte nach der Partie seinem Unmut über den engen Spielplan Luft, der Deutschland und die Ukraine besonders hart trifft.
Dass er dennoch so wenig auf Spieler wie Torwie, Krage-Brewitz oder Böhme setzt, ist einzig dem Siegeswillen Bottis geschuldet. Für ihn steht einzig und allein die zu jedem Zeitpunkt bestmögliche Mannschaft im Vordergrund – nicht die Frage, ob Ersatzspieler mehr Spielzeit bekommen. Umso wichtiger ist, dass die Mannschaft am Sonntag nun komplett frei bekommt.
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