29. Mai 2024

Mit News aus dem deutschen Volleyball.

FIVBInternational

Volleyball World CEO im Interview: „Asien bildet fast die halbe Zielgruppe“

Der CEO Finn Taylor von Volleyball World, der Vermarktungsagentur der FIVB, war zu Gast bei den polnischen Kollegen von „Szósty Set„. In einer Stunde wurden reichlich Themen angesprochen – wie z. B die Entwicklung des globalen Volleyballs, welche Rolle Asien dabei spielt und auch, wie viel Potenzial im Hinblick auf die Internationalisierung der polnischen Liga steckt.

Wer ist Finn Taylor?

Zunächst einmal sollte kurz erklärt werden, was der Unterschied zwischen „Volleyball World“ und der FIVB ist. Denn Volleyball World wurde erst 2021 mit einem Investment von 300 Millionen Dollar von der FIVB und dem „CVC Capital Partners Fund VII“ gegründet. Ziel war es, die Vermarktungserlöse zu steigern und es dafür vom Weltverband zu trennen, der sich damit besser um sportliche und politische Angelegenheiten kümmern kann.

Dafür brauchte es einen CEO, der mit Finn Taylor gefunden wurde. Dieser war vorher für zwanzig Jahre bei „Cirque du Soleil“ tätig und suchte eine neue Herausforderung. Im Interview gibt er zu, dass er schon immer Volleyball mochte, es aber mit seiner Tätigkeit lieben gelernt hat.

Die Entwicklung des Volleyballs

Gerade diese externe Rolle half ihm dabei, wichtige Änderungen für Volleyball-Events anzustoßen. So wurde die „Leerlaufzeit“ eines Volleyball-Spiels in der Nations League um zwanzig bis dreißig Minuten verkürzt, um „den Flow der Masse besser aufrechtzuerhalten“. Geschafft hat er das mit Regeländerungen beim Time-Out oder das es keine Challenges mehr für Bälle im In oder Aus gibt, da dies einfach immer geprüft wird. Außerdem wurden die Events mit visuellen Statistiken, oder Interviews mit Trainern während des Spiels, erweitert.

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Schließlich hilft ihm das bei der Vermarktung der TV-Rechte. Er habe sich angewöhnt, nur noch 2-Stunden-Slots anzufragen, anstatt immer zu erklären, dass ein Spiel mal eine Stunde, aber auch mal zweieinhalb Stunden dauern kann. Das mache die Gespräche weniger kompliziert und schließlich wissen Sportsender sehr gut, wie man mit solchen Situationen umgeht (Beispiel Tennis).

Wesentlichen Regeländerungen erteilt Taylor jedoch eine klare Absage. „Damit befassen wir uns nicht“ teilt er auf die Frage mit, ob darüber nachgedacht wird, die Punkte auf 15 zu verkürzen, um eine frühere „Crunch-Time“ zu erzielen. „Das gibt es oft“, sagte er, dass es auch in anderen Sportarten wie Basketball eher gegen Ende des Quartals spannend wird. Dort dauert die letzte Minute manchmal vier Minuten oder länger. Dass das so ist, sieht er dementsprechend nicht kritisch.

Asien als neue Zielgruppe

Laut Taylor kommen 45 % der globalen Volleyball-Konsument*innen aus dem asiatischen Raum. Das ist in der Vergangenheit stark gestiegen und die Tendenz hält weiter an. Gerade bei italienischen Clubs die japanische Spieler verpflichteten kann er im eigenen Streaming-Dienst immens hohe Reichweiten feststellen, sodass diese Spiele mit japanischem Kommentar gestreamt werden. Aber auch im Social Media sind bei thailändischen Stars wie Pleumjit Thinkaow deutlich höhere Follower festzustellen (1,2 Millionen), als bei europäischen Stars wie Paola Egonu (488 Tsd. Follower).

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Polnische Liga bald auf VBTV?

Natürlich haben die polnische Kollegen sich auch für die eigene Liga und dessen Entwicklung interessiert. Sie stellen beispielsweise ein Dilemma fest, dass es ausländische Fans sehr schwer haben, die polnischen Ligen zu verfolgen (eine Anleitung findest du hier). Laut Taylor liege das an den TV-Rechten, welche nunmal bei Polsat liegen. Die Zusammenarbeit funktioniere aber gut und er sei sehr offen für Gespräche, sofern die Rechte neu ausgeschrieben werden. Damit könnte die polnische Liga also auch der italienischen Liga folgen und irgendwann auf dem Streaming-Dienst Volleyball World TV landen.

Weiterhin stellten die Interviewer fest, dass keine polnischen Vertreter*innen im Vorstand der FIVB sitzen, obwohl sie doch sportlich zu den erfolgreichsten Verbänden gehören. Mit 25 verschiedenen Nationen im Vorstand sieht Finn Taylor dies jedoch nicht hausgemacht, „sie sollen sich einfach bewerben.“

Das ganze Interview:

Das ganze Interview mit vielen weiteren Themen (englisch). Lasst den Kollegen gerne einen Like da!

Letztendlich ist Finn Taylor auch ein Gast der sehr gut in meinem Podcast passen würde. Würdest du auch englische Folgen hören? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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