Die WWK Volleys München haben als erster Bundesligist in dieser Saison einen Trainerwechsel vollzogen. Tomasz Wasilkowski muss nach gerade einmal vier Saisonspielen gehen. Mit David Zoltan übernimmt ein ehemaliger ungarischer Nationalspieler. Die Entscheidung kommt überraschend schnell – auch mit Blick auf die bisherige Trainerhistorie des Clubs.
Die sportliche Entwicklung der vergangenen Wochen hat die Verantwortlichen der WWK Volleys München offenbar nicht überzeugt. Nach nur vier Spieltagen zieht der Bundesligist die Konsequenzen und trennt sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Tomasz Wasilkowski. Sein Nachfolger steht bereits fest: David Zoltan übernimmt die Mannschaft und wird schon beim kommenden Pokalspiel gegen die SWD Powervolleys Düren erstmals an der Seitenlinie stehen.
Es ist der erste Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Möglicherweise ist es sogar einer der schnellsten in der Geschichte der Volleyball-Bundesliga. Denn nach gerade einmal vier Partien ist die Geduld der Verantwortlichen bereits erschöpft. Dabei war der Standort Herrsching beziehungsweise München in der Vergangenheit nicht unbedingt für häufige Trainerwechsel bekannt.
Hohe Ansprüche treffen auf schwachen Saisonstart
Ein möglicher Grund für die frühe Entscheidung dürften auch die sportlichen Ambitionen der Clubführung sein. Die WWK Volleys wollen sich nicht dauerhaft im unteren Tabellenbereich wiederfinden. Sportlicher Leiter Mihai Pădurețu hatte die Erwartungen bereits deutlich formuliert: „Wir müssen schauen, dass wir eine gute Positionierung haben für die Playoffs, dass wir nicht als Achter starten.“
Platz fünf oder sechs hält Pădurețu für möglich – vorausgesetzt, die Mannschaft bleibt gesund und entwickelt sich weiter. Davon ist das Team nach vier Spieltagen allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Mit lediglich einem Punkt stehen die Münchner auf dem vorletzten Tabellenplatz. Nur der FT Freiburg ist bislang noch ohne Zähler.
Dabei hatte die Mannschaft durchaus vielversprechende Ansätze gezeigt. Im Auftaktspiel gegen den VfB Friedrichshafen gewannen die WWK Volleys immerhin einen Satz und konnten phasenweise ihr Potenzial andeuten. Mittelblocker Bastian Korreck zeigte sich nach der Partie gegenüber dem BR dennoch unzufrieden: „Da wurden mir einfach zu schnell die Köpfe hängen gelassen.“
Gegen die SWD Powervolleys Düren gab es anschließend wenig zu holen. Besonders schmerzhaft dürfte allerdings die deutliche Heimniederlage gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg gewesen sein, in der die Münchner weitgehend chancenlos blieben. Die anschließende 2:3-Niederlage gegen Aufsteiger TV Rottenburg könnte schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht haben. Statt des erhofften Aufschwungs setzte sich der durchwachsene Saisonstart fort.

Trainerwechsel ist ungewöhnlich für den Standort
Mit Blick auf die jüngere Vergangenheit kommt die Entscheidung dennoch überraschend. Max Hauser, der heute als Geschäftsführer fungiert, hatte 2022 nach zehn Jahren in der 1. Bundesliga als Trainer aus eigener Entscheidung aufgehört. Auf ihn folgte Thomas Ranner, der die Mannschaft vier Spielzeiten lang betreute, ehe er ein Angebot aus Japan annahm.
Auch in der gemeinsamen Hachinger Vergangenheit gab es über viele Jahre Kontinuität auf der Trainerposition. Mircea Dudas war bis zur vergangenen Saison langjähriger Cheftrainer, ehe er in der Rückrunde zurücktrat.
Nun endet die Amtszeit von Wasilkowski bereits nach wenigen Wochen. Die Clubführung sieht offenbar die Gefahr, die eigenen Saisonziele mit der bisherigen sportlichen Entwicklung zu gefährden.
David Zoltan soll neue Impulse setzen
Mit David Zoltan setzen die WWK Volleys auf einen neuen Impuls. Der ehemalige ungarische Nationalspieler soll vor allem für mehr Stabilität, Klarheit und Selbstvertrauen sorgen. Zuletzt trainierte er eine ungarische Frauen-Mannschaft. Sportlicher Leiter Mihai Pădurețu begründet die Entscheidung mit den Erfahrungen und Vorstellungen des neuen Cheftrainers.
„Mit David gewinnen wir eine Persönlichkeit, die den Volleyball aus eigener Erfahrung auf hohem Niveau kennt und eine klare Vorstellung davon hat, wie eine Mannschaft auf dem Spielfeld auftreten muss“, erklärt Pădurețu.
Auch Geschäftsführer Max Hauser übernimmt Verantwortung für die Entwicklung der vergangenen Wochen. Die Entscheidung für Wasilkowski sei zu Saisonbeginn bewusst und aus voller Überzeugung getroffen worden. Dass die sportlichen Vorstellungen bislang nicht auf dem Feld umgesetzt werden konnten, sieht Hauser ausdrücklich auch als Verantwortung der Clubführung.
Für Wasilkowski endet damit ein Engagement, das gerade einmal vier Pflichtspiele dauerte. David Zoltan steht nun vor der Aufgabe, die Mannschaft möglichst schnell in die Erfolgsspur zu bringen. Die Ansprüche in München sind jedenfalls höher als der aktuelle Tabellenplatz.




