Die Zukunft der Netzhoppers Königs Wusterhausen in der Volleyball-Bundesliga steht offenbar erneut auf der Kippe. Hintergrund ist eine geplante Änderung der Sportförderung durch die Stadt Königs Wusterhausen. Sollte der Stadtrat den entsprechenden Entwurf am 12. Oktober beschließen, droht Geschäftsführer Dirk Westphal mit seinem Rücktritt – und sogar mit der Abmeldung der Mannschaft aus dem Bundesliga-Spielbetrieb.
Seit Jahren unterstützt die Stadt den Bundesligisten über eine Förderrichtlinie für Vereine des „überregional wirkenden Spitzensports“. Bislang können die Netzhoppers darüber bis zu 50.000 Euro jährlich für Personalkosten erhalten. Nach dem vorliegenden Entwurf soll die maximale Förderung künftig auf 40.000 Euro sinken. Gleichzeitig soll die Förderquote von bislang 80 auf 50 Prozent reduziert werden.
Für die Netzhoppers könnte das nach Angaben von Geschäftsführer Dirk Westphal einen Fehlbetrag von rund 20.000 Euro bedeuten. Besonders problematisch: Das laufende Geschäftsjahr ist bereits geplant und das entsprechende Budget damit weitgehend festgelegt.
Westphal kritisiert nach Informationen der MAZ insbesondere die Kommunikation der Stadt. Der Verein sei im Frühjahr noch davon ausgegangen, dass es keine Kürzungen geben werde. Die Stadt wiederum verweist darauf, dass die Netzhoppers spätestens im Mai über die geplanten Änderungen informiert worden seien.
Westphal droht mit Rücktritt und Abmeldung
Sollte die Kürzung tatsächlich beschlossen werden, stellt Westphal seinen Verbleib als Geschäftsführer infrage. Gleichzeitig kündigte er an, die Netzhoppers aus dem Bundesliga-Spielbetrieb abzumelden. Damit würde nicht nur die Zukunft der aktuellen Mannschaft, sondern auch die langjährige Bundesliga-Zugehörigkeit des Standorts auf dem Spiel stehen.
Dass ein etablierter Bundesliga-Standort wegen eines Betrags von rund 20.000 Euro mit einem Rückzug droht, zeigt gleichzeitig, wie eng die finanziellen Spielräume im deutschen Volleyball weiterhin sind. Die Netzhoppers spielen seit 2014 ununterbrochen in der Bundesliga und gehören damit zu den langjährigsten Standorten der Liga.
Dennoch ist kaum vorstellbar, dass Westphal, der sich seit Jahren mit großem Engagement für den Standort einsetzt, tatsächlich zurücktritt und die Mannschaft abmeldet, sollte der Stadtrat die geplante Änderung beschließen. Wahrscheinlicher dürfte sein, dass der aktuelle Konflikt zunächst den öffentlichen Druck auf die politischen Entscheidungsträger erhöhen soll. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.
Erneuter Konflikt zwischen Netzhoppers und Stadt
IInzwischen haben die Netzhoppers deshalb auch die Fühler in Richtung Potsdam ausgestreckt. Ein möglicher Umzug würde allerdings nicht automatisch für eine bessere finanzielle Situation sorgen. Zwar könnte eine größere oder besser geeignete Halle zusätzliche Zuschauer und damit potenziell höhere Ticketeinnahmen ermöglichen. Einen großen zusätzlichen Geldgeber würde ein Standortwechsel damit aber nicht automatisch mitbringen.
Vielmehr wäre der Verein für bestehende Sponsoren aus Königs Wusterhausen weniger attraktiv. „Aber wir müssen das mittelfristig umsetzen, wenn in der Stadt KW nichts passiert“, sagte Westphal gegenüber moz.de. „Ob in Potsdam oder anderswo.“
Für die Netzhoppers geht es deshalb aktuell um mehr als lediglich 20.000 Euro. Die Auseinandersetzung zeigt einmal mehr, wie abhängig ein Bundesliga-Standort von kommunaler Unterstützung sein kann und wie schnell politische Entscheidungen sportliche Konsequenzen haben können.
Noch besteht die Möglichkeit einer Einigung. Nach Informationen der MAZ soll es in dieser Woche ein Gespräch auf höchster Ebene geben. Am 12. Oktober soll der Stadtrat über die geplante Änderung der Förderrichtlinie entscheiden.
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