Volley Goats peilen Playoffs an – Saisonaus für Kapitän Stommel

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Nach zwei Spielzeiten im Abstiegskampf wollen die cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland in der Bundesliga angreifen. Mit einem neuen Trainer und zehn Neuzugängen soll der Sprung in die Playoffs gelingen. Im DVV-Pokal hat das Team bereits die nächste Runde erreicht. Allerdings müssen die Goats für den Rest der Saison auf Kapitän Paul Stommel verzichten.

Die cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland haben sich für die neue Saison der Volleyball-Bundesliga höhere Ziele gesetzt. Nach zwei schwierigen Spielzeiten soll der Blick diesmal nicht in Richtung Tabellenkeller gehen. „Unser Ziel sind die Top acht“, erklärte Teammanager Lukas Thielemann im Interview mit SPORT IM OSTEN. Von einer erfolgreichen Saison spreche man, wenn die Mannschaft die Playoffs erreiche.

Komplettumbau nach schwierigen Spielzeiten

Dass die Ansprüche gestiegen sind, kommt nicht von ungefähr. In der vergangenen Saison sicherten sich die Goats den Verbleib in der Bundesliga erst durch die Fusion der Ligakonkurrenten aus Herrsching und Unterhaching. Die Verantwortlichen haben die sportlichen Probleme aufgearbeitet und Konsequenzen gezogen.

„Wir haben Fehler in der Kaderzusammenstellung gemacht. Da war am Ende des Tages zu wenig Qualität“, räumte Thielemann rückblickend ein. Eine weitere Zittersaison soll unbedingt vermieden werden. Dafür wurde nicht nur der Kader grundlegend verändert, sondern auch die Trainerposition neu besetzt.

Mit Brad Hudson übernahm ein Trainer, der zuvor als Co-Trainer der kanadischen Nationalmannschaft sowie als Cheftrainer der kanadischen U19-Auswahl tätig war. Gemeinsam mit Thielemann stellte er die Mannschaft nahezu vollständig neu zusammen. Lediglich vier Spieler aus der Vorsaison blieben, zehn neue Akteure kamen hinzu.

Zehn Neuzugänge sollen für mehr Durchschlagskraft sorgen

Zum verbliebenen Quartett gehören Kapitän und Zuspieler Paul Stommel, Mittelblocker Nick Breitenbach, Außenangreifer Tom Borchert und Libero Lukas Pockrandt. Neu im Team sind die Mittelblocker Sebastian Rösler, Elliot Collard und Rico Wardlow sowie die Diagonalangreifer Andrei Druta und Jacob Harris.

Auf den Außenpositionen verstärken Cole Ketrzynski, Jordan McKee und Jesse Delancy die Mannschaft. Dazu kommen Zuspieler Neo Laumann und Libero Jacob Reilly. Mit dem 14-köpfigen Kader wollen die Goats sportlich einen deutlichen Schritt nach vorne machen.

Thielemann sieht dafür mehrere Ansatzpunkte. Die Mannschaft sei körperlich stärker aufgestellt, verfüge über mehr Aufschlagdruck und eine größere Präsenz im Block. Auch auf den Angriffspositionen soll mehr Geschwindigkeit entstehen. Unterschiedliche Spielertypen sollen zudem für zusätzliche Variabilität sorgen.

Hudson soll die Mannschaft zusammenschweißen

Neben der sportlichen Qualität setzt Thielemann auf die Arbeit des neuen Trainers. Trotz der vielen Veränderungen sei es Hudson gelungen, die Mannschaft schnell zusammenzuführen.

„Er ist ein unheimlich charismatischer Mensch, ein Menschenfänger, der es schafft, eine Mannschaft zu vereinen. So habe ich das noch nicht erlebt“, sagte der Teammanager. Auch die Stimmung innerhalb des Teams bewertet er positiv. Die gute Teamchemie könne sich zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor entwickeln.

Dass die neu formierte Mannschaft konkurrenzfähig sein könnte, deutete ein Testspiel gegen die SVG Lüneburg an. Gegen den deutschen Vizemeister und Pokalfinalisten unterlagen die Goats knapp mit 2:3.

Bittere Nachricht: Paul Stommel fällt für die Saison aus

Ausgerechnet Kapitän Paul Stommel wird den Goats im weiteren Saisonverlauf fehlen. Eine MRT-Untersuchung bestätigte die Knieverletzung des Zuspielers, der damit für den Rest der Spielzeit ausfällt.

Geschäftsführer Lukas Thielemann machte deutlich, welche Bedeutung der Kapitän für den Verein hat. „Pauls verletzungsbedingtes Saisonaus ist für uns alle unglaublich bitter. Er ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft und unseres Vereins – weit über das Spielfeld hinaus.“

Größerer Etat und mehr Zuschauer in Halle

Auch wirtschaftlich haben sich die Rahmenbedingungen verbessert. Zwar ordnet Thielemann den Etat der Goats weiterhin im unteren Drittel der Bundesliga ein. Im zweiten Jahr nach dem Umzug von Bitterfeld nach Halle fallen allerdings einige einmalige Anschaffungskosten der vergangenen Saison weg.

Zudem ist die Zuschauerzahl gestiegen: In Halle kamen zuletzt durchschnittlich rund 800 Menschen zu den Heimspielen, während in Bitterfeld zuvor etwa 200 Zuschauer den Saisonspielen beiwohnten. Dadurch stehen dem Verein mehr Möglichkeiten bei der Kaderzusammenstellung zur Verfügung als noch vor einigen Jahren.

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Pokalsieg gegen Rottenburg: Goats stehen im Achtelfinale

Im DVV-Pokal haben die Volley Goats bereits ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Gegen den TV Rottenburg gewannen die Sachsen-Anhalter mit 3:0 und lösten damit das Ticket für das Achtelfinale. Die Mannschaft wurde ihrer Favoritenrolle gerecht und machte den Einzug in die nächste Runde ohne Satzverlust perfekt. Dort geht es gegen den Sieger der Partie zwischen dem Regionalpokalsieger West und Nordwest.

Damit bietet sich den Goats die Chance, auch im Pokal weiter für positive Schlagzeilen zu sorgen. Der Einzug ins Viertelfinale erscheint auf dem Papier durchaus realistisch. Entscheidend wird sein, ob die neu formierte Mannschaft ihre Qualität auch in den kommenden Pflichtspielen konstant auf das Feld bringen kann.

In der Bundesliga bleibt das Ziel derweil klar: Nach zwei Jahren im Abstiegskampf wollen die Volley Goats eine deutlich bessere Platzierung erreichen. Die Playoffs sind der erklärte Anspruch. Der langfristige Ausfall von Kapitän Stommel erschwert dieses Vorhaben allerdings erheblich.

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