Streit zwischen Suhl und Dresden: Mantlik attackiert Waibl

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Der VfB Suhl hat den Dresdner SC im Supercup besiegt und damit direkt zum Saisonstart ein Ausrufezeichen gesetzt. Doch statt sich auf die sportlichen Erfolge zu konzentrieren, sorgt Präsident Alexander Mantlik mit Aussagen über DSC-Trainer Alexander Waibl für Zündstoff. In Dresden stößt die Kritik auf Unverständnis. Dabei stellt sich die Frage, worauf sich Mantliks Vorwürfe eigentlich stützen.

Mantlik wirft Waibl gezielte Unruhe vor

Der VfB Suhl geht als amtierender Double-Sieger in die neue Bundesliga-Saison. Mit dem Gewinn des Supercups gegen den Dresdner SC hat das Team von Trainer László Hollósy seine Ambitionen direkt unterstrichen. Präsident Alexander Mantlik sieht seinen Verein inzwischen als Vorbild für andere Standorte und möchte auch künftig Spielerinnen entwickeln, die andernorts vielleicht noch unterschätzt werden. Mit Erfolgstrainer Hollósy konnte man jüngst sogar den laufenden Vertrag bis 2029 verlängern.

Im Gespräch mit dem „Freien Wort“ äußerte sich Mantlik allerdings nun kritisch über den Rivalen aus Dresden. Dabei nahm er insbesondere DSC-Trainer Alexander Waibl ins Visier. Der Vorwurf: Waibl kontaktiere bereits während der laufenden Saison junge Suhler Spielerinnen, um sich frühzeitig Zusagen für kommende Spielzeiten zu sichern und damit Unruhe beim Konkurrenten zu erzeugen. So würden auch diese Saison „wieder alle möglichen Postfächer vom 58-jährigen Alexander Waibl voll sein, der unseren jungen Mädels schreibt.“

Mantlik sieht darin ein unfaires Vorgehen, räumt aber selbst ein, dass es nicht verboten sei. Jedoch gäbe es in der Volleyball Bundesliga die Regel, „dass man bis zum Januar keine Spielerin verpflichten darf.“ Daran hält sich Waibl zwar, würde sich vorher jedoch schon mündliche Zusagen sichern. Zudem habe Mantlik „noch keine Spielerin gesehen, die von uns weggegangen und in Dresden besser geworden ist.“

Aussagen blieben nicht unbeantwortet

DSC-Geschäftsführerin Sandra Zimmermann zeigte sich laut einem Bericht von TAG24 irritiert von der Kritik. „Wir nehmen die Berichterstattung aus Suhl zur Kenntnis und verstehen die Frustration nicht. Es gibt auch keine nationalen oder internationale Richtlinien, die Verpflichtungen und den Zeitpunkt regeln.“, erklärte die Geschäftsführerin. „Mit 13 Titeln in 17 Amtsjahren spricht die Bilanz von Cheftrainer Alexander Waibl für sich selbst.“

Gute Miene zum bösen Spiel? Alexander Mantlik (rechts) und Sandra Zimmermann vor dem Supercup. Foto: Jessica Weber

Mackenzie Foley als möglicher Hintergrund?

Was bei Mantliks Vorwürfen auffällt: Konkrete Beispiele für Spielerinnen, die Suhl verlassen haben und anschließend in Dresden spielten, bleiben rar. Aus jüngster Vergangenheit ist vor allem Mackenzie Foley als direkter Wechsel zwischen den beiden Vereinen in Erinnerung. Auch Jette Kuipers kam eine Saison zuvor aus Suhl nach Dresden.

Ob sich Mantliks Kritik auf diese Transfers bezieht oder ob es weitere Vorgänge gibt, die bislang nicht öffentlich geworden sind, bleibt offen. Ohne weitere konkrete Beispiele lässt sich jedenfalls nur schwer beurteilen, wie berechtigt die Vorwürfe im Einzelfall sind.

Denn der Wechsel von Spielerinnen zwischen Bundesliga-Konkurrenten gehört zum Profisport. Gerade bei der Kaderplanung für die kommende Saison ist es nachvollziehbar, dass Vereine frühzeitig Gespräche führen und sich um interessante Spielerinnen bemühen. Auch andere Bundesligisten und Clubs aus dem Ausland werben frühzeitig bei der Konkurrenz um Leistungsträgerinnen und Talente.

Suhl hat sportlich längst die besseren Argumente

Die Schärfe der Kritik überrascht auch deshalb, weil der VfB Suhl derzeit kaum Anlass hat, sich hinter Dresden zu verstecken. Mit dem Double aus Meisterschaft und Pokal sowie dem jüngsten Supercup-Triumph hat sich der Verein sportlich bereits an die Spitze der Bundesliga gespielt.

Natürlich gehört eine gewisse Schärfe zur Rivalität zwischen zwei ambitionierten Vereinen. Doch wer sich selbst als Vorbild für andere Standorte versteht, belässt es am besten bei der eigenen Arbeit und den sportlichen Ergebnissen.

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