Club-DM im Beachvolleyball: Viel Lob für Quattro – aber wie geht es jetzt weiter?

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Die ersten Deutschen Club-Meister im Beachvolleyball stehen fest. Bei den Frauen setzten sich die BR Volleys durch, bei den Männern gewann Eintracht Spontent. Erstmals wurde der Wettbewerb im Rahmen von „Die Finals“ in Hannover ausgetragen. Und brachte einen Spielmodus mit sich, der für Gesprächsstoff sorgte.

Erst zwei gegen zwei – plötzlich vier gegen vier

Um sich von den klassischen Deutschen Meisterschaften abzugrenzen, setzte der Deutsche Volleyball-Verband auf ein neues Konzept. So trat jeder Verein mit vier Spielerinnen bzw. Spielern an. Zunächst wurden jedoch zwei reguläre Beachvolleyball-Partien im Zwei-gegen-zwei gespielt. Stand es danach 1:1, entschied ein Satz bis 21 Punkte, im ungewohnten Vier-gegen-vier.

Bereits im zweiten Viertelfinale der Frauen kam dieses Format erstmals zum Einsatz. Auf dem Feld war schnell zu erkennen, dass die Beteiligten durchaus Gefallen daran fanden. Besonders Louisa Lippmann profitierte von ihrer Hallenvergangenheit und entschied sich häufig für harte Angriffe, da das größere Teilnehmerfeld viele der gewohnten Lücken schloss.

„Wir haben das kein einziges Mal trainiert“

Dass der Wettbewerb für viele Teams dennoch Neuland war, zeigte die Aussage von Melanie Paul.

„Die Absprache war schon eine große Herausforderung. Aber dafür, dass wir das kein einziges Mal trainiert haben, hat es ganz gut geklappt.“

Zwischen den Zeilen wurde damit deutlich, welchen Stellenwert die Premiere zunächst hatte. Eine gezielte Vorbereitung auf das Vier-gegen-vier hatte praktisch nicht stattgefunden.

Auch das Regelwerk sorgte stellenweise für Diskussionen. So wurde ein Blocktouch – wie im Beachvolleyball üblich – als Ballberührung gewertet. Im Vier-gegen-vier wirkte diese Regel jedoch fehl am Platz, da das Spiel doch eher an Hallenvolleyball erinnerte.

Viel Zuspruch für den neuen Modus

Trotz der ungewohnten Abläufe fiel das Fazit bei Zuschauern und Spielern positiv aus. „Das 4 gegen 4 war einfach überragend“, hieße es von Melanie Paul. Auch Kommentator Clemens Wickler hoffte während der Übertragung sogar regelmäßig auf ein Unentschieden, um möglichst häufig den entscheidenden Quattro-Satz zu sehen.

DVV-Präsident Markus Dieckmann zog ebenfalls ein positives Fazit. „Mir gefällt es gut. Das Format bildet eine schöne Brücke von Hallen- zum Beachvolleyball.“ Nun gehe es darum, „auf welcher Basis man diese Idee weiterspinnt“.

Ungewohntes Bild: Doppelblock im Beachvolleyball. Foto: Justus Stegemann

Dass die Club-DM 2027 erneut Elemente des Vier-gegen-vier enthalten wird, scheint damit sehr wahrscheinlich. Bereits im kommenden Jahr soll das Turnier in Stuttgart, wieder mit Beachvolleyball, stattfinden.

Warum nicht konsequent auf Quattro setzen?

Die spannende Frage lautet nun daher, ob der aktuelle Spielmodus wirklich der richtige ist.

Ein vollständig im Quattro-Modus ausgetragener Wettbewerb würde sich deutlich stärker von den etablierten Meisterschaften unterscheiden und dem Format eine klarere Identität verleihen.

Möglicherweise wollte der Verband bei der Premiere jedoch bewusst kein zu großes Risiko eingehen und Traditionalisten, oder das ZDF- und ARD-Publikum, nicht direkt mit einem völlig neuen Spielsystem überfordern.

Chance für eine neue Sportart?

Sollte sich der DVV langfristig für ein reines Vier-gegen-vier entscheiden, könnte daraus jedoch mehr entstehen als nur ein neues Turnierformat.

Im Gegensatz zum gescheiterten Snowvolleyball hätte Quattro-Beachvolleyball den Vorteil, auf einer etablierten Sportart aufzubauen. Durch die TV-Reichweite der öffentlich-rechtlichen Sender und eine teils eigenständige Vermarktung könnten Vereine erstmals einen echten Anreiz erhalten, richtige Kaderschmieden für Beachvolleyball-Talente zu werden. Die Sichtbarkeit von Vereinen war bislang eher versteckt in Meldelisten zu finden, als mit Logos auf Trikots.

Denkbar wären dann auch größere Kader mit fünf oder sechs Spielern sowie taktische Wechsel während der Begegnung.

Verbesserungspotenzial gibt es dennoch. Vor allem das Teilnehmerfeld dürfte künftig größer werden. Bei den Frauen trafen Eintracht Spontent und die BR Volleys sowohl im Halbfinale als auch im Finale aufeinander, was dem Wettbewerb etwas an Abwechslung nahm.

Gelungener Test mit Potenzial

Die erste Club-DM hat gezeigt, dass Vier-gegen-vier im Beachvolleyball funktioniert – und sogar überraschend viel Unterhaltung bietet. Der Entscheidungsmodus sorgte für Dynamik, neue taktische Elemente und viel positives Feedback.

Der nächste Schritt sollte nun mutiger ausfallen. Anstatt das Vier-gegen-vier nur als Entscheidungssatz einzusetzen, könnte der Verband das Format konsequent weiterentwickeln. Gerade weil sich der Test als Erfolg erwiesen hat, bietet sich jetzt die Chance, aus einer einmaligen Idee einen festen Bestandteil des Beachvolleyball-Kalenders zu machen.

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