Futures weg, 32er-Felder, Single Elimination: Das ist der neue Beach-Kalender

beachvolleyball world kalender 2027

Volleyball World hat den Spielern und Trainern den neuen internationalen Beachvolleyball-Kalender vorgestellt. Die Futures-Turniere verschwinden, die Elite-Turniere wachsen auf 32 Teams, und die neue Beach World Series startet im Single-Elimination-Modus. Einer der bekanntesten Beobachter der Szene hält die Reform für gelungen, sieht aber einen Schwachpunkt.

Zwei Monate hat es länger gedauert als angekündigt. Eigentlich wollte Volleyball World den Herbstkalender bereits Anfang August veröffentlichen. Am 30. September informierte der Weltverband dann Spieler und Trainer über die neue Turnierstruktur. Öffentlich gemacht hat die Details Travis Mewhirter, Mitgründer des US-Podcasts SANDCAST und Kommentator der internationalen Tour bei VBTV, in einem Update auf YouTube.

Dubai verschoben, Itapema eröffnet

Die wichtigste Terminänderung betrifft den Start der neuen Beach World Series. Ursprünglich sollte die Premium-Serie im November 2026 in Dubai beginnen. Das Emirat hatte sich Anfang des Jahres per Fünfjahresvertrag als dauerhafter Auftaktort verpflichtet. Laut Mewhirter wurde das Turnier nun verschoben und für den 20. bis 24. Januar 2027 bestätigt.

Damit beginnt die neue Ära bereits vorher in Brasilien. Vom 9. bis 13. Dezember findet in Itapema ein Elite-Turnier mit 32 Teams im Hauptfeld statt. Nach Mewhirters Verständnis könnte dies auch das erste Turnier der Olympia-Qualifikation für Los Angeles 2028 sein. Er betont allerdings selbst, dass dies noch nicht bestätigt ist.

Die bisher bestätigten Termine:

DatumOrtKategorie
9.–13. DezemberItapema (BRA)Elite
20.–24. Januar 2027Dubai (UAE)Beach World Series
20.–24. März 2027João Pessoa (BRA)Elite
21.–25. April 2027Saquarema (BRA)Elite
26.–30. Mai 2027Ostrava (CZE)Elite

Einführung neuer Kategorien

Künftig besteht die Welttour aus drei Kategorien, die Futures-Turniere fallen ersatzlos weg. Die unterste Stufe bilden die Challenge-Turniere. Sie behalten ihr bisheriges Format mit 32 Teams im Hauptfeld, von denen acht über die Qualifikation kommen, und einer modifizierten Poolphase. Genau dieses Format übernehmen nun auch die Elite-Turniere, deren Hauptfeld damit innerhalb weniger Jahre von 16 über 24 auf 32 Teams gewachsen ist. An der Spitze steht die neue Beach World Series. Dort treten die besten 32 Teams ohne Qualifikation an und spielen im einfachen K. O.-System.

Für 2027 sind demnach vier Beach-World-Series-Turniere, sieben Elites und 20 Challenges geplant, wovon fünf bereits terminiert worden sind. Mewhirter bezeichnet diesen Plan ausdrücklich als vorläufig, da noch nicht alle Orte und Termine feststehen. Unverändert bleibt das Zulassungssystem. Für die Entry Points zählen weiterhin die besten drei der letzten vier Ergebnisse.

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Itapema eröffnet neuen internationalen Beachvolleyball-Kalender. Foto: Beachvolleyball world

„Jedes Spiel braucht Belohnung und Konsequenz“

Die Elite-Reform lobt Mewhirter ausdrücklich. Das bisherige 16er-Feld sei zu klein gewesen, weil immer wieder dieselben Teams aufeinandertrafen, obwohl die Weltspitze viel breiter ist.

Im neuen Modus treffen Sieger auf Sieger und Verlierer auf Verlierer. Wer zweimal verliert, scheidet aus. Der Poolsieger erhält ein Freilos in die zweite Playoff-Runde. Genau das fehlte im 24er-Format. Laut Mewhirter erklärt das die auffällige Häufung kampfloser Aufgaben in dieser Phase.

Der Knackpunkt: Ein Spiel, und der Flug war umsonst

Kritischer sieht er den Single-Elimination-Modus der Beach World Series, zumindest aus Sicht der Spieler. Für das Publikum bei VBTV sei das Format ideal, weil jedes Spiel ein Endspiel ist und Spannung Zuschauer bringt. Für die Teams am unteren Ende des Feldes sieht die Rechnung anders aus. Mewhirter nennt ein Beispiel: Wer als an 31 gesetztes Team von Los Angeles nach Dubai fliegt und auf die Nummer zwei trifft, könne nach 28 Minuten wieder auf dem Heimweg sein. Deshalb ist davon auszugehen, dass einige Teams aufgrund des hohen finanziellen Risikos sich mindestens zwei Mal überlegen werden, ob sie den Flug überhaupt antreten.

Seine Gesamtbilanz fällt trotzdem positiv aus. Den Nachteil des Single-Elimination-Modus sieht er zumindest teilweise aufgewogen: durch das größere Elite-Feld, den faireren Elite-Modus und die schiere Zahl an Turnieren. Auch das Ende der Futures beunruhigt ihn kaum. Bei 20 Challenges mit großen Qualifikationsfeldern würden nicht alle Quali-Plätze gefüllt, sodass selbst Teams ohne Punkte selbst in Olympia-Qualifikationsjahren ihre Startchancen bekämen.

Preisgeld: Details am 9. Oktober

Beim Preisgeld steht bislang nur fest, dass es steigen soll. Die genauen Zahlen will Volleyball World am 9. Oktober bekanntgeben. Mewhirter geht davon aus, dass die Beach World Series die höchste Preisgeldstufe wird und das Elite-Niveau nicht sinkt. Derzeit teilt sich das Siegerteam eines Elite-Turniers 40.000 Dollar, bei den Challenges waren es im vergangenen Jahr 20.000 Dollar.

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