Einen Tag Verschnaufpause hatte das deutsche Team nach der enttäuschenden Niederlage gegen Argentinien, das mit dem Erfolg gegen Deutschland seinen ersten Sieg in der Volleyball Nations League feiern konnte. Dafür blieb auch ein Tag mehr Zeit, um an einigen Stellschrauben zu drehen.
Mit Yann Böhme und Tobias Krick gab es zwei Veränderungen in der Startaufstellung, die ihr Potenzial anfangs noch nicht ganz ausschöpfen konnten. Einige der 2.014 Zuschauer dürften den ersten Satz beim Stand von 7:12 bereits fast abgehakt haben. Doch das Team kämpfte sich zurück. Auch dank einer Aufschlagserie von Böhme robbte sich Deutschland zum 14:14 heran. Beim 17:16 gelang schließlich die erste Führung, die Tobias Brand mit einem Block gegen Belgiens Top-Scorer Ferre Reggers sogar auf 18:16 ausbaute. Der Belgier, der gegen China mit 58 Angriffen und 36 Punkten geglänzt hatte, setzte den Matchball anschließend ins Aus (25:22).
Auch der zweite Satz begann holprig. Erst ein krachender Block von Krage-Brewitz beendete Reggers Aufschlagserie zum 4:7. Danach war für Deutschland jedoch wenig zu holen (19:25). Laut Ranner lag es vor allem am Block und der Abwehr, die nicht mehr so effektiv funktionierten. Für den dritten Satz kündigte er Veränderungen an, wollte aber nicht ins Detail gehen.
Diese zeigten sich zumindest nicht in der Startaufstellung. Die Blockstatistik konnte mit drei erfolgreichen Aktionen aber etwas verbessert werden, auch in der Abwehr gab es einige sehenswerte Szenen. Besonders eine Rettungsaktion von Röhrs, der den Ball perfekt für Brand ans Netz brachte, der punkten konnte. Die entscheidende Grundlage für den anschließenden Satzsieg war laut Ranner vor allem die „Attitüde“ der Mannschaft.

Positiv hervorzuheben war zudem Schiedsrichter Ricardo Ferreira, der mit seiner ruhigen Art mehrfach für Entspannung sorgte. Eine umstrittene Szene, in der Zimmermann unter dem Netz durchlief und dafür sorgte, dass noch weitergespielt werden konnte, führte zunächst zum Pfiff. Nach Protesten der deutschen Mannschaft ließ Ferreira den Ballwechsel jedoch wiederholen – eine Entscheidung, die nicht allen Belgiern gefiel, aber die richtige Konsequenz aus der Situation war.
Eine Schrecksekunde gab es im dritten Satz, als Brand nach einer Annahme umknickte und behandelt werden musste. Kurz darauf konnte er aber weitermachen. Nach einem ständigen Hin und Her sicherte sich Deutschland letztlich mit einem 3:1 die drei Punkte, und noch viel wichtiger, den wichtigen Sieg für die Tabelle.
Brand sprach anschließend sogar von einer Belohnung, am nächsten Tag gegen Polen vor ausverkaufter Halle antreten zu dürfen: „Die haben den Druck.“ Die Gastgeber hatten zuvor gegen die Türkei und Belgien jeweils nur knapp mit 3:2 gewonnen.
Mit einem weiteren Sieg könnte Deutschland sogar an Polen vorbeiziehen. Aktuell liegt Polen auf Rang acht, Deutschland auf Platz elf. Zwar muss das Team von Trainer Nikola Grbić auf Stars wie Wilfredo Leon und Jakub Kochanowski verzichten, verfügt mit Aleksandar Sliwka und Bartłomiej Boladz aber weiterhin über starke Angreifer. Ob beide gegen Deutschland auf dem Feld stehen, zeigt sich am Samstag um 17 Uhr im ZDF-Livestream.
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