Die FIVB arbeitet an umfangreichen Regeländerungen, die das Volleyballspiel bald deutlich verändern könnten, wie polnische Medien berichten. Wie zum Beispiel, dass Liberos aufschlagen sollen dürfen. Erste Tests sollen bereits in diesem Sommer bei der Volleyball Nations League und der U17-Weltmeisterschaft stattfinden.
Ziel der Änderungen ist vor allem ein flüssigeres Spiel. So soll die annehmende Mannschaft künftig ihre Positionen bereits nach der Freigabe zum Aufschlag verändern dürfen und nicht erst bei der Ballberührung zum Aufschlag. In einigen höheren Ligen wird dies bereits so gehandhabt.
Zudem könnte Anzahl der Spielerinnen und Spieler auf vierzehn plus Libero erhöht werden. Damit einher, geht die Erhöhung der Wechselanzahl pro Satz von sechs auf acht, was nochmal deutlich mehr neue taktische Möglichkeiten für Trainer und Trainerinnen eröffnen dürfte.
Neue Rolle für den Libero
Die größte Veränderung betrifft jedoch die Libero-Position. Künftig könnte der Libero für einen festgelegten Mitspieler aufschlagen. Bei zwei Liberos dürfte allerdings nur einer diese Rolle übernehmen. Außerdem soll der Libero den Ball in jeder Spielsituation auch von oben aus der Drei-Meter-Zone spielen dürfen. Bisher ist dies nur mit dem unteren Zuspiel, oder außerhalb der Zone, erlaubt.

Bei den Änderungen handelt es sich jedoch ausdrücklich noch um einen Entwurf und nicht um endgültige Entscheidungen. Einige Maßnahmen werden nur testweise umgesetzt, andere könnten noch jahrelang innerhalb des Weltverbandes diskutiert werden.
Änderungen für Schiedsrichter
Auch für Schiedsrichter sind Anpassungen geplant. So soll künftig nur noch der Cheftrainer eine Erklärung für Entscheidungen vom Schiedsgericht verlangen dürfen. Außerdem soll der Einsatz der Pfeife reduziert werden; in einigen Situationen soll gar nicht mehr gepfiffen werden, etwa wenn der Ball klar auf dem Boden landet.
Ideen für die Zukunft
Weitere Vorschläge stehen noch zur Diskussion, etwa strengere Sanktionen bei unsportlichem Verhalten, wenn vor einer erfolgreichen Challenge nicht zugegeben wurde, den Ball berührt zu haben. Außerdem könnte die Netzregel wieder gelockert werden, wenn das Berühren des unteren Teil des Netzes nach einer Blockaktion nicht mehr geahndet wird.
Wann kommen die neuen Regeln?
Erst in der vergangenen Saison wurden neue Regeln im Volleyball eingeführt, die für reichlich Gesprächsstoff sorgten. Daher bleibt abzuwarten, wann erneut Anpassungen in die offiziellen Regelwerke aufgenommen werden – wenn überhaupt. Denn zunächst handelt es sich nur um Entwürfe, die schon nächstes Jahr wieder verworfen werden können.

Wenn es überhaupt zu Änderungen kommt, ist nicht davon auszugehen, dass sie kurzfristig eingeführt werden. Im aktuellen Regelwerk heißt es vom DVV, dass es „vorbehaltlich geringfügiger Anpassungen“ bis zum Ende der Saison 2028/29 Gültigkeit besitzt. Zudem ist kaum anzunehmen, dass die FIVB ihre Kontinental- und Landesverbände jährlich mit grundlegenden Änderungen konfrontieren wird.
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