Die brasilianische Beachvolleyballerin Carol Solberg Salgado wurde vom Weltverband FIVB für ein Turnier gesperrt. Hintergrund ist ein Interview nach dem Bronze-Spiel der Weltmeisterschaft in Adelaide gegen Thamela/Victoria, in dem sie die Verhaftung des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro thematisierte.
Die Sperre erfolgte auf Grundlage von Artikel 8.3 der FIVB-Disziplinarordnung. Dieser sieht Sanktionen für unsportliches Verhalten vor, darunter auch öffentliche Demonstrationen oder Aussagen, die den Sport oder die Organisation in Misskredit bringen könnten.
Wiederholter Konflikt mit Sportjustiz
Solberg äußerte sich bislang nicht öffentlich zur aktuellen Entscheidung. Ihre Haltung zu politischen Themen hatte sie allerdings schon früher deutlich gemacht:
„Ich habe immer gedacht, dass Sport weit über die Plätze hinausgeht. Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der jeder immer seine Meinung gesagt hat. Also für mich hat die Idee, dass der Sportler nur ein Körper ist, der dort spielt, nie den geringsten Sinn gemacht.“
Bereits 2020 war sie ins Visier der Sportjustiz geraten. Damals erhielt sie eine Verwarnung vom Obersten Gerichtshof der Sportjustiz (STJD), nachdem sie bei einem Interview auf der Bühne des brasilianischen Beachvolleyball-Circuits „Raus, Bolsonaro!“ gerufen hatte.
Sperre trifft vermutlich Heimturniere
Die kommenden drei Elite16-Turniere der Beach Pro Tour finden ausgerechnet in Brasilien statt — in João Pessoa, Saquarema und Brasília. Bei welchem dieser Events Solberg fehlen wird, ist bislang nicht bekannt.
Das Interview aus Adelaide ist auf der Plattform Volleyball World aktuell nicht abrufbar.

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