Die FIVB wird mehrere Regeländerungen testweise einführen. Diese sollen bei der Volleyball Nations League 2026, den U17-Weltmeisterschaften sowie bei den kontinentalen Wettbewerben 2026 angewendet werden. Erst nach der Testphase wird entschieden, ob die Änderungen dauerhaft ins Regelwerk aufgenommen werden.
Ziel der Anpassungen ist es, das Spiel flüssiger zu gestalten, Regeln zu vereinfachen und das Verständnis für Zuschauer zu verbessern.
Mehr Spielfluss und Anpassungen im Spiel
Eine grundlegende Änderung betrifft die Positionierung der annehmenden Mannschaft. Zwar müssen die Spieler beim Aufschlagpfiff korrekt stehen, dürfen sich aber bereits mit Beginn der Aufschlagbewegung frei bewegen.
Auch die Anzahl der Wechsel wird erhöht: Künftig sind bis zu acht Auswechslungen pro Satz erlaubt (statt bisher sechs).
Beim Doppelkontakt bleibt alles beim Alten: Dieser ist weiterhin erlaubt, solange der Ball auf derselben Spielfeldseite bleibt.
Neu ist zudem eine Anpassung bei der Hallendecke: Berührt der Ball nach dem ersten oder zweiten Kontakt die Decke und bleibt auf der eigenen Seite spielbar, läuft der Ballwechsel weiter. Gelangt er jedoch ins gegnerische Feld, wird auf Fehler entschieden.

Strengere Bewertung von Angriffsschlägen
Die FIVB will zudem Angriffstechniken wie den „Power-Tip“ strenger ahnden. Aktionen wie „halten“, „werfen“ oder längere Ballkontakte sind künftig klar untersagt. Auch beidhändige Angriffe oder Richtungsänderungen während des Kontakts sollen nicht mehr erlaubt sein. Erlaubt bleibt lediglich das klassische „Tippen“ mit sehr kurzem Ballkontakt.
Änderungen beim Kader und Libero
In FIVB-Wettbewerben dürfen Teams weiterhin zwischen 12 und 14 Spieler melden. Neu ist jedoch: Mindestens ein Libero ist Pflicht, optional können zwei Liberos nominiert werden.
Modernisierung des Challenge-Systems
Das Video-Challenge-System wird deutlich erweitert. Teams können während eines Ballwechsels potenzielle Challenges markieren und nach dem Punkt eine davon auswählen.
Dabei gilt:
- Pro Ballwechsel ist nur eine Challenge möglich
- Ohne vorherige Markierung kann keine Szene überprüft werden
- Markieren beide Teams Situationen, wird die erste strittige Aktion überprüft
Neu ist auch, dass nun gezielt Aktionen in Annahme und Abwehr überprüft werden können – allerdings nur, wenn ein klarer Videobeweis vorliegt.
Weniger Unterbrechungen und neue Schiedsrichter-Regeln
Um das Spiel weiter zu beschleunigen, werden einige Abläufe angepasst:
- Nach einer Challenge darf das anfragende Team keine direkte Auszeit mehr nehmen
- Der Schiedsrichter soll in klaren Situationen (z. B. Ball im Aus) nicht mehr pfeifen
- Nur der Cheftrainer darf mit dem ersten Schiedsrichter sprechen, um Entscheidungen zu klären
Neues Aufwärmprotokoll
Auch das Aufwärmen wird angepasst. Künftig gibt es eine separate Aufschlagphase von jeweils 90 Sekunden pro Team. Ziel ist es, die Sicherheit der Spieler zu erhöhen.
Personelle Konsequenzen bei FIVB
Bereits Mitte Februar waren Informationen über die geplanten Änderungen in Umlauf gekommen. In einer Mitteilung der FIVB wurde nun verkündet, dass eine Person nicht länger Teil der Regel- und Schiedsrichterkomission ist. Um wen es sich handelt, wurde nicht bekanntgegeben.
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