Für Moritz Karlitzek ist die Europameisterschaft vorzeitig beendet. Bereits vor dem Spiel gegen die Schweiz stand fest, dass der Außenangreifer dem deutschen Team für den Rest des Turniers nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Karlitzek hat mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen und reiste am Montag bereits zurück nach Deutschland.
Für ihn wird Libero Lenny Graven in den Kader nachrücken. Der 22-Jährige reiste am Dienstag nach Rumänien. Eine durchaus ungewöhnliche Entscheidung, da für einen Außenangreifer ein Libero nachnominiert wurde. Offenbar gibt es im erweiterten Kader jedoch kaum Alternativen, die den Ansprüchen von Bundestrainer Massimo Botti genügen.
Das zeigt sich auch auf der Diagonalposition. Georg Grozer scheint weiterhin nicht vollständig fit zu sein. Wäre der Hammerschorch einsatzbereit, könnte Erik Röhrs wieder eine zusätzliche Option auf Außen darstellen. So aber bleiben die personellen Möglichkeiten begrenzt.
Fragezeichen um Karlitzek
Damit stellt sich zwangsläufig auch die Frage, warum Karlitzek überhaupt mit zur Europameisterschaft gereist ist. Der Außenangreifer konnte bereits seit dem ersten Spiel nicht eingesetzt werden. Seine Verletzung dürfte also sehr kurzfristig und unerwartet aufgetreten sein. Im Gespräch mit Volleyball Insider konnte sich Karlitzek selbst nicht erklären, weshalb die Probleme mit seinem Oberschenkel aufgetreten sind. Möglich sei, dass die Belastung in den vergangenen Wochen zu früh zu groß gewesen sei.
Gruppensieg oder nicht
Für die deutsche Mannschaft, die generell unter sehr hoher körperlicher Belastung steht, heißt es zunächst noch einmal Zähne zusammenbeißen. Nach dem Spiel gegen Frankreich stehen drei, möglicherweise sogar vier Tage ohne Partie auf dem Programm. Der Nachteil: In dieser Zeit muss das Team von Rumänien nach Sofia weiterreisen, wo die Achtel- und Viertelfinals ausgetragen werden.
Für das Achtelfinale ist Deutschland bereits qualifiziert. Das letzte Gruppenspiel gegen Frankreich hat dennoch eine enorme Bedeutung für den weiteren Turnierverlauf. Mit einem 3:0 oder 3:1 wäre der Gruppensieg sicher (19 Uhr auf sporteurope.tv). Bei einem 3:2 könnte es dagegen noch einmal eng werden, da Frankreich im Anschluss gegen Rumänien weitere Punkte sammeln kann.
Der Gruppensieg ist dafür entscheidend, welcher Gegner im Achtelfinale wartet. Während mit der Ukraine, Polen oder Bulgarien einige echte Schwergewichte drohen, wären Israel, Portugal oder Nordmazedonien auf dem Papier die deutlich angenehmeren Gegner.




