Jan Zimmermann: Vom Transfer-Poker in Monza zu ZAKSA

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Monatelang war Nationalzuspieler Jan Zimmermann ohne Verein, dann ging plötzlich alles ganz schnell. Obwohl die Rückkehr zu seinem früheren Club Monza bereits kurz bevorstand, entschied sich der 33-Jährige für einen Wechsel nach Polen. In seinem Podcast „Lucky Experience“ hat Zimmermann ausführlich erzählt, wie es zu der überraschenden Wende kam.

Klare Kriterien bei der Vereinssuche

Dass Zimmermann den gesamten Sommer über ohne neuen Club blieb, lag nicht an fehlenden Angeboten. Vielmehr hatte sich der Zuspieler klare Maßstäbe gesetzt. „Die drei Kriterien waren Ort, finanziell und Niveau, und davon wollte ich zwei erfüllt haben.“ Welche beiden das sein sollten, war für ihn zunächst zweitrangig. Allerdings erfüllte kein Angebot mindestens zwei seiner drei Kriterien. Deshalb lehnte er sämtliche Optionen ab.

Auch nach der Europameisterschaft war seine sportliche Zukunft noch offen. Während des Turniers entwickelte sich schließlich ein konkreter Plan: die Rückkehr nach Monza.

Monza war bereits zum Greifen nah

Aufgrund einer Verletzung im Kader reiste Zimmermann nach Italien und stieg beim Club, für den er bereits zuvor gespielt hatte, ins Training ein. Die Vertragsgespräche begannen bewusst erst vor Ort. Beide Seiten wollten sich Zeit verschaffen, ohne sich frühzeitig festzulegen. Für Monza entstanden dadurch zunächst keine Kosten.

Drei Vertragsmodelle standen zur Diskussion: ein Vertrag für die gesamte Saison, eine feste Vereinbarung über zwei Monate oder ebenfalls eine zweimonatige Zusammenarbeit, allerdings mit der Möglichkeit, jederzeit ohne Ablöse zu wechseln. Letztere Variante war Zimmermanns Favorit. Monza zeigte sich zunächst zurückhaltend, doch nach einem Treffen zwischen seinem Berater und dem Sportdirektor am Samstag schien eine Einigung unmittelbar bevorzustehen.

Die Wohnung war bereits organisiert, auch die medizinischen Untersuchungen hatte Zimmermann absolviert. Berichte, wonach er in Monza schon unterschrieben habe, seien allerdings falsch gewesen.

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ZAKSA funkt dazwischen

Am Sonntagmorgen kam dann der überraschende Anruf seines Beraters: ZAKSA Kędzierzyn-Koźle könnte Interesse haben, Zimmermann sofort zu verpflichten. Nach einigen Tagen Verhandlungen fiel am Mittwochmorgen die Entscheidung für einen Wechsel nach Polen, wo er bereits am Freitag eintraf.

Die Absage in Monza wollte Zimmermann persönlich überbringen. Noch während der Fahrt meldete sich allerdings der Sportdirektor und bat ihn, zunächst nichts bei einem anderen Verein zu unterschreiben. Man müsse noch einmal miteinander sprechen.

Im anschließenden Gespräch bot Monza zunächst einen Vertrag für die komplette Saison an. Als Zimmermann ablehnte, sollte er selbst formulieren, unter welchen finanziellen Rahmenbedingungen er sich einen Verbleib vorstellen könnte. „Da hab ich erst mal angefangen zu schlucken“, erzählt der Zuspieler.

Ein Verbleib in Italien wäre durchaus reizvoll gewesen. Das Land sei für ihn zu einer zweiten Heimat geworden. Letztlich entschied er sich aber für einen neuen Schritt. Ausschlaggebend sei nicht gewesen, ob er fünf Prozent mehr oder weniger verdienen könne. Vielmehr habe er auf höchstem Niveau arbeiten und sich gleichzeitig den polnischen Markt erschließen wollen.


Auch die Perspektiven für Zuspieler spielten eine Rolle. Während der italienische Markt stark von einheimischen Spielern geprägt sei, gebe es in Polen deutlich mehr Möglichkeiten für ausländische Zuspieler. Zudem schätzt Zimmermann die finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten in Italien als begrenzt ein.

In Monza kam die kurzfristige Absage verständlicherweise nicht gut an. Der Club habe sich hingehalten gefühlt, obwohl er selbst stets transparent gewesen sei, berichtet Zimmermann.

Zwischen Kulturschock und professionellen Strukturen

Inzwischen hat sich Zimmermann in Kędzierzyn-Koźle eingelebt und eine Wohnung gefunden. Die kulturellen Unterschiede seien jedoch gewöhnungsbedürftig. Während man in Italien beim Abendessen problemlos eine Stunde zusammensitze und durchgehend miteinander rede, sei man in Polen teilweise schon nach zwölf Minuten fertig, wo oft niemand reden würde.

Jan Zimmermann im Einsatz beim 3:0-Sieg gegen AZS Olsztyn.
Jan Zimmermann im Einsatz beim 3:0-Sieg gegen AZS Olsztyn. Foto: Tauron Liga

Schwieriger Auftakt und große Ziele

Sein Debüt für ZAKSA gab Zimmermann auswärts bei Aluron CMC Warta Zawiercie. Die Spielstätte in Zawiercie bezeichnet Zimmermann als mit Abstand schlechteste Halle der Liga. Sie sei klein, eng und niedrig, zudem gebe es nur wenige Meter Platz hinter dem Spielfeld.

Inzwischen konnte Zimmermann mit seinem Team auch den ersten Sieg gegen Olsztyn einfahren, wo Moritz Karlitzek und Johannes Tille unter Vertrag stehen.

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