Start am 17. Oktober: Spacer’s Toulouse empfängt Arago de Sète zum Auftakt der französischen Liga. 14 Teams kämpfen in der Saison 2026/27 um den Titel, darunter Titelverteidiger Montpellier Volley mit Simon Hirsch und Tours Volley-Ball mit Rückkehrer Earvin Ngapeth. Der Blick nach Frankreich lohnt sich dabei nicht nur wegen dem hohen Leistungsniveau, sondern auch wegen deutschen Spielern wie Lorenz Karlitzek, Yann Böhme, Lukas Maase oder Tim Peter.
Grob können die Teams von ihrem Niveau in drei Kategorien eingeteilt werden. Die unterste Kategorie setzt sich zusammen aus dem diesjährigen Aufsteiger Royan Atlantique Volley-Ball. Wer sich noch erinnern kann: Hugo de Leon Bozo wird hier spielen, der in der Saison 2018/19 beim Kooperationsprojekt Hypo Tirol Alpenvolleys Haching unter Vertrag stand. Weitere Mannschaften aus dieser Kategorie sind die Teams Le Plessis-Robinson, Centurions Narbonne, Spacer’s Toulouse Volley sowie Paris Volley und das Team von Arago de Sète. Paris bangt derzeit um den Verbleib in der Liga: Aufgrund finanzieller Engpässe könnte ihnen die Lizenz entzogen werden.
Das Team von Gage Worsley und Lorenz Karlitzek, Arago de Sète, musste einen herben Verlust hinnehmen. Nooa Martilla, ein junger finnischer Außenangreifer hat bereits eine sehr erfolgreiche Saison in Sète hinter sich und unterschrieb auch eine Vertragsverlängerung. Durch den Erfolg Finnlands bei der diesjährigen Europäischen Meisterschaft, zu dem auch Martilla maßgeblich beitrug, wurde er jedoch durch den Aufsteiger der italienischen Liga, Prata di Pordenone (Ex-Verein von Marcin Ernastowicz), abgekauft. Dieser Abgang sorgt für eine große Lücke im Kader, die wohl durch die Nachverpflichtung von Nicolás Lazo gefüllt werden soll.

Peter, Mohwinkel, Böhme und Maase im Mittelfeld der Liga
Die zweite Kategorie von Teams besteht aus den Mannschaften von Saint-Nazaire Volley-Ball Atlantique, Nice Volley-Ball, Chaumont Volley-Ball 52, AS Cannes, Tourcoing Lille Métropole und Alterna Stade Poitevin (Poitiers). Für Zuschauer die interessiert sind an deutschen Spielern sowie Ex-Bundesliga Spielern, sollten vor allem die Mannschaften von Saint-Nazaire, Cannes und Poitiers verfolgen. Im Süden Frankreichs spielen Tim Peter, Theo Mohwinkel und Luuc van der Ent zusammen in Cannes.
Cannes hat nach einer schweren letzten Saison ihren Trainer Constant Tchouassi entlassen (mittlerweile bei den Netzhoppers unter Vertrag), jedoch diesmal ein durchaus starkes Team zusammengestellt. Die Ex-Bundesliga Spieler werden durch Benjamin Diez (französischer Nationallibero, der eine sehr starke Europameisterschaft spielte) und Alessandro Accquarone (langjähriger zweiter Zuspieler bei Itas Trentino) vervollständigt.

Im Nordwesten Frankreichs, direkt an der Mündung der Loire, ist das Team Saint Nazaire zuhause. Yann Böhme wechselt aus der Türkei und tritt das Erbe von Filip John an, den es nach Japan zieht. Ein weiterer bekannter Name aus der Bundesliga ist hier der Mittelblocker Renan Michelucci (Berlin, Saison 2020/21). Saint Nazaire wird versuchen an vorherige Erfolge anzuknüpfen: Sie gewannen überraschend 2024 die Meisterschaft aus Platz 7 nach der offiziellen Hauptrunde. Die letzten beiden Saisons waren jedoch nicht allzu erfolgreich (Platz 12 und Platz 13) und Ziel ist es, sich wieder im Mittelfeld zu platzieren.
In Poitiers, etwa zwei Stunden südöstlich von Saint Nazaire, spielen Lukas Maase und der Niederländer und Ex-Dürener Siebe Korenblek. Maase spielt bereits seine 2. Saison in Poitiers. Hier wird Anatole Chaboissant die Bälle verteilen, französischer Zuspieler im erweiterten Kader der Nationalmannschaft.
Tours und Montpellier kämpfen um Meisterschaft
In der letzten Kategorie verbleiben noch zwei Mannschaften, die die Favoriten dieser Saison sind: Tours Volley-Ball und Montpellier Volley. Tours hat es geschafft den französischen Star Earvin Ngapeth zurück in die Liga geholt. Er unterschreibt einen 2-Jahres Vertrag und nimmt dabei etwa 60% finanzielle Einbußen in Kauf.
Tours ist letzte Saison bereits im Viertelfinale um die Meisterschaft gegen Paris ausgeschieden und unterlag im Halbfinale des Coup de France gegen Nizza. Weitere spannende Persönlichkeiten im Kader sind der Libero Luca Ramon, der zusammen mit Diez und Worsley als die besten Liberos dieser Saison gehandelt werden. Weitere bekannte Spieler im Kader von Tours ist Ex-Dürener Mittelblocker François Huetz, der russische Diagonalangreifer Vasilii Molotkov sowie der portugiesische Zuspieler Bruno Dias.
Montpellier geht als Titelverteidiger ins Rennen. Simon Hirsch spielt hier seine zweite Saison und wird in der Mitte durch die Ex-Bundesligisten und Nationalspieler Nicolas LeGoff sowie den Finnen Severi Savonsalmi unterstützt. Zuspieler ist der argentinische Nationalspieler Matias Sanchez, der mit nur 1.74m der kleinste Spieler der Liga ist.
Play-Ins-Modus und weitere Wettbewerbe
Es wird wie in Deutschland eine Hin- und Rückrunde gespielt, anschließend finden die Play-Ins statt. Dabei haben die Teams auf Platz 1 bis 6 etwa eine Woche spielfrei, während die Teams von Platz 7 bis 10 die letzten 2 Plätze unter sich ausspielen. Platz 7 spielt gegen Platz 10 und Platz 8 gegen Platz 9. Anschließend wird vom Viertelfinale bis zum Finale in einer Best-of-3 Serie gespielt.
Als weiteres Event findet am Anfang der Saison der Supercup statt. Am 10. November treffen Pokalsieger Paris auf den Meister Montpellier. Für den Fall, dass Paris die Genehmigung für die Liga nicht erhält, geht das Recht an die zweitplatzierte Mannschaft im Coup de France: Nice.
Der Coup de France beginnt am 3. November. Die ersten Paarungen stehen bereits fest. Die besten fünf Teams, aus der letzten Saison, treten in der ersten Runde nicht an. Für Montpellier, Poitiers, Tours, Tourcoing und Toulouse geht es erst am 24. November los, auch diese Paarungen werden ausgelost.
International geht es für Montpellier und Tours in der Champions League an den Start. Beide Mannschaften treffen dabei auf Top Teams aus den anderen europäischen Ligen und haben eine schwere Ausgangsposition: Montpellier muss sich gegen das Team Sir Sicoma Monini Perugia sowie Ziraat Bankkart Ankara durchsetzen. Für Tours geht es darum, sich gegen Bogdanka Luk Lublin, mit Wilfredo Leon und Rana Verona (Micah Christenson) zu beweisen. Im CEV-Cup vertreten sind Paris und Poitiers. Abschließend darf sich noch Tourcoing im Challenge Cup behaupten.
So verfolgst du die französische Volleyball-Liga
Die Spiele der französischen Männer- als auch Frauen-Liga sind über die Streamingwebsite lnvtv.com ohne VPN zu sehen. Einmalig müssen pro Saison, 7,90 Euro (Coup de France), 19,90 (Liga) oder 26,90 Euro (beide Wettbewerbe) bezahlt werden.
Einige Spiele werden nicht live übertragen, wenn es sich um TV-Spiele handelt. Sie können jedoch im Nachhinein auf der Streamingseite nachgeschaut werden. Eine Warnung zuvor: die Streamingqualität ist nicht mit der in Deutschland, von DYN, oder anderen Diensten vergleichbar. Die meisten Teams haben eine feste Kamera an der Seite, die geschwenkt wird, der Kommentar kommt aus dem Off dazu und es gibt keine Replays. Nur die TV-Spiele sind mit der Qualität in Deutschland vergleichbar. Es lohnt es sich jedoch, einmal zu investieren, um dann immer mal wieder verschiedenen interessante Spiele zu sehen.
Und auch hier über Volleyball Insider könnt ihr die französische Liga von nun an verfolgen. Ich werde Updates geben und über den Laufe der Saison hoffentlich auch den einen oder anderen Spieler interviewen können.
Über Jana Reisbeck
Ich bin ein langjähriger Volleyball-Fan und meine Wurzeln liegen beim GCDW in Herrsching. Ich studiere an der FernUni und konnte es mir deshalb erlauben nach Frankreich zu ziehen und dem kalten Winter in Deutschland zu entfliehen. Dadurch habe ich mich viel mehr mit der Französischen Liga beschäftigt, weil mich dieser enge Wettbewerb so fasziniert hat: Im Prinzip kann jede Mannschaft jeden Gegner schlagen, weshalb immer auf einem Top-Level gespielt werden muss.
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