Die Volleyball Bundesliga führt ab der Saison 2026/27 flächendeckend ein professionelles Video-Challenge-System in der 1. Bundesliga Frauen und Männer ein. Dafür investieren Liga und Vereine laut VBL in den kommenden fünf Jahren mehr als 1,2 Millionen Euro.
Zum Einsatz kommt künftig das System von Super Volley Vision, das bereits bei TV-Spielen, den Playoffs sowie dem DVV-Pokalfinale genutzt wurde. Alle Bundesliga-Standorte sollen dafür mit 14 hochauflösenden Kameras ausgestattet werden. Die Vereine übernehmen den Betrieb sowie den Auf- und Abbau der Technik künftig eigenständig.
Die überprüften Szenen sollen sowohl im Livestream als auch in den Hallen ausgespielt werden und so für mehr Transparenz bei strittigen Entscheidungen sorgen. Gleichzeitig verabschiedet sich die Liga von den bisherigen Linienrichter:innen und setzt stattdessen auf einen Pool von rund 50 speziell geschulten Video-Schiedsrichter:innen.
Trotz der breiten Zustimmung innerhalb der Liga bringt die Einführung des Systems auch neue Herausforderungen mit sich. Vor allem für kleinere Vereine und potenzielle Aufsteiger könnten die zusätzlichen technischen, organisatorischen und finanziellen Anforderungen künftig eine weitere Hürde darstellen. Zwar erfolgt die Finanzierung laut VBL über Erlöse aus Zentralvermarktung und Medienrechten, dennoch steigt der Aufwand rund um die Spieltage deutlich. Auch bereits etablierte Bundesligisten müssen künftig sicherstellen, dass an jedem Spieltag sämtliche Kameras korrekt aufgebaut und einsatzbereit sind.
In der Männer-Bundesliga ersetzt die neue Lösung die bisherige „Challenge Light“, die gemeinsam mit SPONTENT umgesetzt wurde. Die kostengünstigere Variante basierte auf der vorhandenen Livestream-Technik, konnte jedoch nicht jede Situation zweifelsfrei auflösen. Mit dem neuen System orientiert sich die Liga nun stärker an internationalen Standards und nimmt gleichzeitig Druck von den Schiedsrichter:innen auf dem Feld.
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