Die frei empfangbaren Twitch-Übertragungen ausgewählter Spiele der Volleyball Bundesliga und des DVV-Pokals gehören der Vergangenheit an. Nachdem in den vergangenen Saisons gemeinsam mit Spontent regelmäßig Partien kostenlos gestreamt wurden ändert Dyn nun seine Strategie.
Fokus auf eigene Plattform statt offener Bühne
Auf Nachfrage bestätigt Dyn, dass man den eigenen Dienst künftig stärker in den Mittelpunkt stellen möchte. Man verstehe sich als „Zuhause für Volleyball-Fans“ und wolle das umfassende Gesamtpaket der Bundesliga-Berichterstattung gezielter positionieren.
Dass die Twitch-Streams dabei geholfen haben, neue Zielgruppen zu erreichen, räumt man durchaus ein. Künftig sollen frei zugängliche Inhalte jedoch „noch gezielter auf die Volleyball Bundesliga und die Marke Dyn einzahlen“. Übersetzt: mehr Kontrolle über die eigene Ausspielung.
Kostenlos bleibt – aber anders
Ganz ohne frei empfangbare Inhalte geht es aber weiterhin nicht. Laut Dyn soll auch in Zukunft etwa ein Spiel pro Spieltag kostenlos verfügbar sein, ergänzt durch Highlight-Zusammenfassungen aller Begegnungen. Der entscheidende Unterschied: Diese Inhalte werden künftig über den eigenen YouTube-Kanal ausgespielt.
Gerade die Übertragungen mit Spontent hatten sich jedoch einen eigenen Charakter erarbeitet. Mit lockerer Moderation, direkter Fan-Einbindung und durchaus umstrittenen Aktionen wie dem „NTP“-Voting, bei dem die Community bewusst den schlechtesten Spieler zum MVP wählen sollte, entstand eine Dynamik, die man im sonst oft glatt produzierten Sport-Streaming selten sieht.

Das sorgte nicht immer für Begeisterung bei allen Beteiligten – weder bei Spielern noch bei Traditionalisten – brachte aber Aufmerksamkeit, Gesprächsstoff und vor allem Nähe. Genau diese Nähe dürfte im neuen Modell schwerer zu reproduzieren sein.
Bekanntes Gesicht bleibt
Mit Alex Walkenhorst bleibt immerhin ein prägendes Gesicht der bisherigen Twitch-Übertragungen erhalten. Er soll auch künftig eine Rolle spielen und die Community einbinden. Wie genau das auf YouTube aussehen wird, bleibt abzuwarten.
Strategiewechsel mit Risiko
Ob die neue Strategie von Dyn aufgeht, wird sich zeigen. Klar ist aber auch: Reichweite allein entsteht nicht durch Verfügbarkeit, sondern durch Erlebnisse. Und genau die gab es im Bounce House mitsamt seinen Formaten wie „Voll im Netz“ zuhauf, wie man im amüsanten Abschiedsvideo aus dem letzten Stream sehen konnte.
Auf dem Twitch-Kanal von Spontent wird derweil keine gähnende Leere entstehen. Stattdessen hat man bereits angekündigt, im Rahmen der Partnerschaft mit Volleyball World künftig Spiele aus der polnischen und italienischen Liga zu zeigen. Nach fünf Jahren ist jedoch Schluss mit der Volleyball Bundesliga.
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